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Notfallversorgung - Landeplatz für Rettungshubschrauber auf dem Dach

Immer wieder setzt der Rettungshubschrauber „Christoph Nürnberg“ der deutschen Rettungsflugwacht zur Landung auf dem neuen Dr. h.c. Theo-Schöller-Haus im Klinikum Nord an. Ganz sachte berührt die Bell 412 den Landeplatz, dann hebt sie wieder ab, dreht eine Runde über Johannis und wiederholt das Manöver mit einem anderen Einflugwinkel.

Bis ins Detail wird der Ernstfall erprobt, schließlich sollen ab Januar 2013, wenn das neue Gebäude im Klinikum Nord in Betrieb geht, schwerkranke Patienten auf dem schnellsten Weg in die Operationssäle und Intensivstationen kommen.

„Die moderne Medizin kann immer mehr für schwerkranke Menschen tun, damit steigt auch die Zahl der Rettungsflüge“, erläutert Peter Schuh, in der Klinikumsleitung für den Bereich Personal und Patientenversorgung verantwortlich. Bisher landete der Hubschrauber hinter der Küche und dem großen Materiallager am nordwestlichen Rand des Klinikumgeländes. Doch dieser Landeplatz entsprach nicht mehr den EU-Richtlinien, also musste ein neuer Landeplatz auf dem Dach des neuen Schöller-Hauses gebaut werden.

Erfolgreiche Landung: Ab Januar fliegen die Rettungshubschrauber direkt das Dach des neuen Dr. h.c. Theo-Schöller-Haus im Klinikum Nord an.
 

„Wir behandeln schließlich viele schwer- und schwerstkranke Patienten, die in anderen Häusern nicht ausreichend versorgt werden können“, betont Schuh. Die Verlegung aus anderen Krankenhäusern ins Klinikum Nürnberg erfolge häufig per Rettungshubschrauber als sicherem und schnellem Transportmittel.

„Eine andere Medizin“

Lange vor dem ersten Ernstfall wurde nun beim Testanflug geprüft, ob Start und Landung auf dem Dach des Schöller-Hauses 100-prozentig sicher ablaufen. Anke Jensen, Assistenzärztin in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin im Klinikum, ist begeistert: „Hier auf dem Dach zu landen, ist für mich etwas ganz Besonderes.“ Die Fachärztin arbeitet nämlich in der Intensivstation im Haus 20 im Klinikum Nord. Seit 14 Jahren fliegt sie bei Einsätzen der Luftrettung mit – dabei geht es um die Primärversorgung bei schweren Unfällen rund um die Uhr, aber auch um den Transport von Intensivpatienten von einer Klinik in eine andere.

Die Liebe zum Fliegen ist nicht ihre alleinige Motivation. „Bei Rettungseinsätzen ist eine ganz andere Medizin gefragt“, betont die Anästhesistin. „Wir müssen mit wenig Mitteln zurechtkommen, Spontaneität und Improvisationstalent sind gefragt, und da will ich in Übung bleiben.“

Der Testanflug des Rettungshubschraubers mit Anke Jensen an Bord war Teil der Sicherheitsprüfungen, die bis zur Inbetriebnahme des Landeplatzes durchgeführt werden müssen. Dabei geht es um den exakten Einflugwinkel für den Piloten bis hin zu den Auswirkungen der Luftverwirbelungen durch die Rotorenblätter des Hubschraubers. So wurde beim Testanflug auch darauf geachtet, ob und wie sich die Verwirbelungen auf die Nachbargebäude, auf Jalousien oder Dachziegel auswirken. „Wir gehen bei allem auf Nummer sicher“, betont Karlheinz Moßner, der den Bereich Bau, Technik und Service leitet.

 

Strenge Sicherheitsvorschriften

Die Sicherheitsanforderungen für den Landeplatz sind hoch. So müssen dort zwei Löschkanonen installiert sein, falls der Hubschrauber einmal Feuer fangen sollte. Die Löschkanonen müssen bei jeder Landung und jedem Start von einem Mitarbeiter des Klinikums besetzt sein. Für diese Aufgabe werden zahlreiche Mitarbeiter geschult. Auch der Abfluss von Kerosin und Löschwasser im Brandfall ist geregelt. Über einen feuerfesten Kanal wird die Flüssigkeit in einen Sammelbehälter im Untergrund geleitet. Für den Piloten wird es oben auf dem Dach sogar ein eigenes Büro mit Internetanschluss geben. Auch dies verlangen die Vorschriften.

Pro Jahr rechnet Schuh mit über 60 Starts und Landungen auf dem Dach des Schöller-Hauses. Im Klinikum Süd sind es aufgrund der dort vorhandenen Fachgebiete wie Unfallchirurgie, Kardiologie, Herzchirurgie, Nephrologie, Neurologie und Neurochirurgie rund 450 Starts und Landungen.

„Wenn der erste Hubschrauber auf dem neuen Landeplatz im Klinikum Nord landet, sind alle Abläufe geregelt“, betont Schuh. So wird die Rettungsleitstelle schon vor der Landung des Hubschraubers die im Schöller-Haus befindliche Intensivstation alarmieren. Dann wird die Landebeleuchtung auf dem Dach eingeschaltet und alle Jalousien am Gebäude werden automatisch hochgefahren. Ein Mitarbeiter der Intensivstation geht auf das Dach und besetzt das Bedienpult der Löschkanonen. Der Aufzug im Gebäude fährt in das oberste Geschoss hoch und wird für den normalen Klinikumbetrieb gesperrt. Nach der Landung wird der Patient auf schnellstem Weg an die Fachklinik übergeben. Dann hebt der Hubschrauber wieder ab und der Mitarbeiter verlässt seinen Platz an den Löschkanonen.

Ein aufwändiges, aber notwendiges Procedere. „Wir sind ein Hochleistungsklinikum, das keinen Patienten abweist“, erläutert Schuh. „Da kommt es entscheidend auf einen schnellen Transport und auf kurze Wege an.“

Autorin/Autor: Doris Strahler/Bernd Siegler

 
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