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Lungenemphysem - Mit Wasserdampf gegen Atemnot

Die Lunge verkleinern, damit der Patient wieder besser atmen kann. So überraschend dies für den Laien auch klingen mag, mit der gezielten Zerstörung von erkranktem, funktionslosem Lungengewebe kann die Atmung bei Patienten, die an einem Lungenemphysem leiden, deutlich verbessert werden.

Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an der Dr. Manfred Wagner beteiligt war. Als Oberarzt leitet er die Funktionseinheit Bronchoskopie der Klinik für Pneumologie. Zusammen mit Kollegen aus Europa, Australien und den USA forscht er nach Methoden, mit denen die Möglichkeiten der Bronchoskopie weiter verbessert werden können. So auch bei der thermischen Lungenvolumenreduktion, wie die Zerstörung von Lungengewebe durch Wasserdampf in der Fachsprache heißt.

„Um diesen Therapieansatz zu verstehen, muss man wissen, wodurch beim Lungenemphysem die Atemnot verursacht wird“, betont Wagner.
Auszeichnung für die beiden Ärzte des Klinikums, Dr. Attila Dubecz (l.) und Dr. Manfred Wagner (r.).  Es freuen  sich Dr. Elisabeth Birkner (m.), Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann (l.) und Dr. Dr. Günter Niklewski (r.)
 

Zum einen überblähen die Lungenbläschen, was ihre Fähigkeit zum Sauerstoffaustausch beeinträchtigt. Zum anderen verliert das Lungengewebe an Elastizität, weshalb die Atemluft nicht mehr vollständig ausgeatmet werden kann. Die Folge sind Atemnot und chronischer Sauerstoffmangel, der den ganzen Organismus schwächt.

„Medikamentös lässt sich das Lungenemphysem meist nur unzureichend behandeln“, erklärt Wagner. Schon seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wird daher erkranktes Lungengewebe chirurgisch entfernt, um der Lunge dadurch wieder Elastizität zurückgegeben. Von dieser Therapie profitieren vor allem Patienten, die an einem so genannten heterogenen Lungenemphysem leiden, d.h. die Lunge ist nicht gleichmäßig befallen, sondern das Emphysem konzentriert sich hauptsächlich auf einen Lungenlappen.

Dank der Bronchoskopie gibt es dafür mittlerweile schonendere Methoden. So haben Wagner und seine Kollegen schon vor rund zehn Jahren ein Verfahren entwickelt, bei dem der erkrankte Lungenlappen mit Hilfe eines Einwegventils verkleinert wird. An seiner Stelle konnte sich anschließend der gesunde Lungenlappen ausdehnen, was die Atmung deutlich verbessert. Wie bei Luise M. zum Beispiel. Der heute 57-Jährigen wurden vor acht Jahren Ventile eingesetzt. Es dauerte, bis sich ihr Körper von dem schweren Sauerstoffmangel erholt hatte. Heute kann sie wieder zur Arbeit gehen. Auf eine künstliche Sauerstoffzufuhr ist sie nicht mehr angewiesen.

Doch für Patienten, bei denen trotz der Ventile Atemluft in den erkrankten Lungenlappen eindringen könnte, ist das Verfahren nicht geeignet. Hier kommt nun der Wasserdampf ins Spiel. „Dass man mit heißem Wasserdampf Gewebe schrumpfen lassen kann, ist ja nicht neu“, sagt Wagner. Das Problem ist in diesem Fall technischer Natur. Wie bringt der Arzt die exakt richtige Menge an Energie in Form von Wasserdampf genau an die richtige Stelle?

Dafür haben Wagner und seine Kollegen nun ein bronchoskopisches Verfahren entwickelt und in einer klinischen Studie auf seine Wirksamkeit hin überprüft. Für diese Leistung wurde der Oberarzt stellvertretend für das gesamte Forschungsteam mit dem Birkner-Preis 2011 der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner-Stiftung ausgezeichnet.

Sehen Sie hierzu auch unsere Internetseite der Klinik für Pneumologie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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