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Gebärmutterhalskrebs - Schonende Tumorentfernung

„Gebärmutterhalskrebs im fortgeschrittenen Stadium ist in Deutschland glücklicherweise nicht sehr häufig“, betont Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Frauenheilkunde im Klinikum Nürnberg.

Die meisten Cervixkarzinome, wie der Gebärmutterhalskrebs in der Sprache der Mediziner heißt, werden dank der Früherkennungsuntersuchungen schon im Frühstadium entdeckt und behandelt. Trotzdem kommen immer wieder Frauen mit einem fortgeschrittenen Cervixkarzinom in ihre Klinik. Deshalb freut sich die Frauenärztin über jeden Fortschritt, den es in der Krebstherapie gibt.

Ein neues und schonendes Verfahren ist die „Totale mesometriale Resektion“ (TMMR), die an der Universität Leipzig entwickelt wurde und dort bereits seit 1999 erfolgreich zur Behandlung des Cervixkarzinoms bis zum Stadium IIB eingesetzt wird.
Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Frauenheilkunde, kombiniert ein in Leipzig entwickeltes Verfahren zur Behandlung des Cervixkarzinoms mit der Bestrahlung.
 

Immer mehr Kliniken in ganz Deutschland folgen dem Leipziger Beispiel. Die Klinik für Frauenheilkunde des Klinikums Nürnberg bietet das Verfahren als eine der ersten Kliniken in der Metropolregion Nürnberg bereits seit Anfang 2011 an.

Die TMMR macht sich dabei eine Besonderheit des Gebärmutterhalskrebses zunutze. Dessen Tumorzellen breiten sich nicht einfach ungerichtet in das umliegende Gewebe aus, sondern folgen einem ganz bestimmten anatomischen Muster, das sich aus der Embryonalentwicklung her bestimmt. „Wir können dadurch sehr präzise das Gewebe entfernen, das vom Tumor befallen oder möglicherweise befallen ist“, betont Brucker.

Dank dieser Präzision werden beim Eingriff die Nerven benachbarter Organe wie Blase oder Enddarm weitgehend geschont. „Dadurch treten nach dem Eingriff sehr viel seltener Funktionsstörungen in diesen Organen auf“, so Brucker. Einen Wermutstropfen jedoch gibt es: Um das Beste aus der Therapie herauszuholen, müssen alle Lymphknoten im kleinen Becken radikal entfernt werden.

Die Ärzte der Leipziger Klinik verzichten zudem auf eine nachfolgende Bestrahlung. Trotz dieses Verzichts liegt die Rezidivrate bei der TMMR deutlich unterhalb der Rate der bisherigen Standardmethode einschließlich der dazu gehörenden Bestrahlung. Dies belegen Studien aus Leipzig, die u.a. 2009 im renommierten Wissenschaftsjournal „The Lancet Oncology“ veröffentlicht wurden.

Brucker ist von dem neuen Verfahren überzeugt, aber noch fehlt ihr die breite wissenschaftliche Basis. „Alle Zahlen stammen aus Leipzig. Das ist für eine abschließende Bewertung der Methode zu wenig“, betont sie. Deshalb verzichtet die Chefärztin nur in seltenen Fällen auf die Bestrahlung – zur Sicherheit der Patientinnen. Um die Forschungslage zur TMMR zu verbessern, will sich die Klinik für Frauenheilkunde an einer bundesweiten klinischen Studie zur TMMR beteiligen, die zurzeit vorbereitet wird. 

 

Anmeldung zur Dysplasie-Sprechstunde der Klinik für Frauenheilkunde unter Tel. (0911) 398-7389 und zur Sprechstunde für Gynäkologische Krebserkrankungen unter Tel. (0911) 398-2381.

Weiteres finden Sie auf der Internetseite der Klinik für Frauenheilkunde.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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