Bluthochdruck - Wenn Tabletten nicht helfen

Mit Bluthochdruck ist nicht zu spaßen: Er tut zwar nicht weh, ist aber gefährlich. „Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Bluthochdruck schädigt den gesamten Organismus, vor allem die Gefäße, das Herz und die Nieren“, berichtet Prof. Dr. Roland Veelken, Leitender Oberarzt der Klinik für Nephrologie.

Als Folge drohen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz, und auch die Nieren werden dauerhaft geschädigt.

Um dies zu verhindern oder zumindest die zerstörerischen Auswirkungen des Hochdrucks bis weit ins hohe Lebensalter hinauszuzögern, ist die regelmäßige Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten, den so genannten Antihypertensiva, unausweichlich. Doch nicht bei jedem Menschen helfen die Tabletten.

Bei zwei bis vier Millionen Patienten – so die Schätzung – bleibt der Blutdruck trotz der täglichen Einnahme mehrerer Medikamente gefährlich hoch.
Prof. Dr. Roland Veelken, leitender Oberarzt der Nephrologie, und Prof. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Kardiologie (v.l.n.r.) setzen auf die Zerstörung des Nierennervs, um bei bestimmten Patienten mit Hochdruck den Blutdruck dauerhaft zu senken
 

Diesen Patienten kann nun ein neues Verfahren helfen: die Nierennervablation. „Wem mehr als drei Tabletten täglich nicht helfen, für den könnte das neue Verfahren in Frage kommen“, erklärt Prof. Dr. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Klinik für Kardiologie.

Bei der Nierennervablation machen sich die Ärzte die Erkenntnis zunutze, dass die Nieren über den Salz-Wasser-Haushalt den Bluthochdruck regulieren. Eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems, des Stresshormonsystems im menschlichen Körper, erhöht unweigerlich den Bluthochdruck. Diese Reaktion kann unterbunden werden, wenn der Nierennerv zerstört wird. 30 Minuten dauert dieser minimal-invasive über die Leiste geführte Eingriff, bei dem die Klinik für Nephrologie und die Klinik für Kardiologie eng zusammenarbeiten.

Dank dieses Eingriffs kann bei den meisten Patienten der Blutdruck deutlich und dauerhaft gesenkt werden. Für die Patienten bedeutet das ein deutlich geringeres Gesundheitsrisiko und auch die individuelle Lebensqualität steigt. Der Erfolg der Methode wird systematisch überwacht und wissenschaftlich ausgewertet.

„Erst dann werden wir sehen, ob auch andere Patienten mit Bluthochdruck davon profitieren können“, so Veelken. Wünschenswert wäre es jedenfalls.

Schätzungsweise 20 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einem zu hohen Blutdruck – Tendenz steigend. Da vor allem Menschen ab dem 40. Lebensjahr betroffen sind, nimmt in einer alternden Gesellschaft auch die Zahl der Menschen mit Bluthochdruck zu.

Weiteres finden Sie auf den Internetseiten der Klinik für Nephrologie und der Klinik für Kardiologie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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