Notaufnahme - Patenkind in Benin

Es begann vor vier Jahren in der Notaufnahme im Klinikum Nürnberg Süd als gemeinsame Weihnachtsidee und mündete jetzt in einen Besuch von zwei Klinikum-Mitarbeitern in Kokobre, einem kleinen Dorf im afrikanischen Benin.

„Es tut not und man kann vieles bewegen“, lautet das Fazit von Krankenpfleger Willi Heinrich, der seit 40 Jahren in der Notaufnahme arbeitet. Zusammen mit seiner Kollegin Nadja Schulz, die als Verwaltungskraft in der Notaufnahme beschäftigt ist, hat er die 13-jährige Fatima Tade in Afrika besucht, für die die Notaufnahme einst Geld für eine kontinuierliche Patenschaft gesammelt hat.

Die Hilfsorganisation PLAN International, die die Lebensumstände von Kindern und ihren Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika verbessern will, vermittelte die Patenschaft für das Mädchen. Fatima Tade wohnt zusammen mit ihren drei Geschwistern im äußersten Norden von Benin.
Nadja Schulz (vorne l.) und Willi Heinrich (r.) überzeugten sich in Afrika, wie es ihrem Patenkind in Benin geht und wollen weitere Hilfen auf den Weg bringen.
 

Das afrikanische Land mit neun Millionen Einwohnern gehört zu den 14 ärmsten Ländern der Erde. Die Rate der Analphabeten beträgt in der Altersgruppe über 15 Jahren rund 60 Prozent. Malaria, Kindersterblichkeit und HIV sind die gesundheitlichen Hauptprobleme.

Die Patenschaft kostet monatlich 25 Euro, und als das bei der Weihnachtsfeier gesammelte Geld aufgebraucht war, übernahm Heinrich den Großteil der Kosten. Vor über einem Jahr reifte dann bei dem Krankenpfleger der Entschluss, nach Benin zu fahren und das Dorf von Fatima zu besuchen. Heinrich erkundigte sich intensiv über das Land, fand in Nadja Schulz eine Mitstreiterin, und die Neurologie-Assistenzärztin Dr. Stephanie Troll übersetzte die notwendige Korrespondenz ins Französische.

Es dauerte noch Monate, bis Heinrich und Schulz schließlich im Flugzeug nach Cotonou, dem Sitz der Regierung von Benin, saßen. Von dort ging es mit dem Geländewagen quer durchs Land nach Kokobre.

Dort wurden beide vom Bürgermeister und Fatimas Familie empfangen, das ganze Dorf war auf den Beinen. Dem Vater der Familie hatten sie eine Solartaschenlampe, der Mutter Kleiderstoffe und Fatima eine Uhr und Schulbücher für Mathematik und Französisch mit gebracht. „Bildung und Aufklärung sind das Wichtigste, um die Situation zu verändern“, erläutert Schulz, die sich vom herzlichen Empfang tief bewegt zeigte. „Es ist schön, etwas Sinnvolles zu tun“, meint Heinrich. „Hier kann man mit Kleinigkeiten große Dinge erreichen“, sagt er und ist sich ganz sicher, dass dies nicht sein letzter Besuch im Benin gewesen ist.           

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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