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Gastroenterologie - Der Reizdarm sorgt für chronische Schmerzen

Chronische starke Bauchschmerzen bis hin zu Koliken, Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang und Blähungen - der Gang zum Arzt, meist sind es mehrere, bleibt ohne Ergebnis, eine organische Ursache ist nicht feststellbar.

„Dann liegt ein so genanntes Reizdarm-Syndrom vor“, weiß Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg, aus Erfahrung. Neue Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen sollen nun die richtige Diagnose des Reizdarms sicherstellen – als Grundlage für eine erfolgreiche Therapie.

Etwa die Hälfte der Patienten, die sich in der Gastroenterologie des Klinikums Nürnberg mit unspezifischen, immer wieder kehrenden starken Bauchschmerzen vorstellen, leiden unter dieser relativ häufigen Darmerkrankung. Insgesamt haben rund 30 Prozent der Bevölkerung einen Reizdarm. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer, und die Wahrscheinlichkeit, an diesem chronischen Leiden zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.

„Die Diagnostik des Reizdarms ist sehr umfangreich, denn sie erfolgt nach dem Ausschlussprinzip“, erläutert Muschweck. Entzündliche Darmerkrankungen wie die Colitis ulcerosa und Tumoren im oberen sowie unteren Verdauungstrakt müssen dabei genauso ausgeschlossen werden wie Durchblutungsstörungen im Darm, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Steinleiden sowie Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten.

Liegt nichts dergleichen vor, dann sprechen Experten wie Muschweck von einem Reizdarm. Dabei verkrampfen sich einige Segmente des Darms, Stuhl und Luft können nicht weiter transportiert werden, und der Darm überdehnt sich. Dies reizt die Nerven in dem den Darm umgebenden Bauchfell, starke Bauchschmerzen sind die Folge. Um diesen Schmerzen zu entgehen, reagieren die Betroffenen nicht selten mit Fehl- bzw. Unterernährung. Sie lassen verschiedenste Nahrungsmittel weg, die sie für die Schmerzen verantwortlich machen, oder essen einfach weniger oder gar nichts mehr. Der Schritt zur Paramedizin und zu obskuren Diäten ist dann nicht mehr weit.

„Genau hier muss die Therapie ansetzen“, betont Muschweck. Um den Darm wieder in die Lage zu versetzen, normal mit Nahrung umzugehen, bedarf es einer Ernährung, die reich an Ballaststoffen und Flüssigkeit ist. Um zu verhindern, dass der Darm sich überdehnen kann, muss zudem die Bauchmuskulatur durch konsequente Bewegung und Muskeltraining gestärkt werden. Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Gymnastik helfen dabei. Da der Reizdarm auch von psychischen Faktoren abhängig ist, ist eine psychosomatische Unterstützung unerlässlich. Sie hilft auch vielen Betroffenen zu akzeptieren, dass keine konkrete körperliche Ursache feststellbar ist. „Krampflösende und schmerzlindernde Mittel sind“, so Muschweck, „nur die ultima ratio, sollten also nur im Notfall gegeben werden.“

In der Verbindung von kompetenter Diagnostik, Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und psychosomatischer Beratung, wie sie in der Gastroenterologie des Klinikums Nürnberg gegeben ist, sieht Chefarzt Muschweck „eine runde Sache“. Nur mit der richtigen Diagnose und einer dauerhaften Umstellung ihrer Lebensweise könne den Patienten geholfen werden.  

Weitere Informationen in der Ambulanz der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg Nord unter Tel. (0911) 398-3253 oder auf der Internetseite der Gastroenterologie.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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