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Anästhesiologie - Schmerztherapie bei Tumorpatienten

Die Ausschaltung von Schmerzen spielt in der Behandlung von Patienten mit onkologischen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Ganz unabhängig, ob der Schmerz ein frühes Symptom der Tumorerkrankung ist oder im fortgeschrittenen Stadium auftritt: Es ist wichtig, diese Schmerzen gezielt zu behandeln.

Auch bei der Vorbereitung auf eine Tumoroperation, bei der Narkose und bei der Überwachung während der OP sowie bei der Stabilisierung nach dem Eingriff kommt es auf eine effektive Schmerztherapie nach aktuellem wissenschaftlichen Standard an, die auf den Patienten individuell zugeschnitten sein muss.

Eine solch große Operation kann für den Körper eines Patienten massiven Stress bedeuten. „Unsere Aufgabe ist es, mit unseren Mitteln diesen Stress zu minimieren und dafür zu sorgen, dass der Patient die Operation unbeschadet und sicher übersteht“, erläutert Prof. Dr. Axel Junger, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin.

Effektive Schmerztherapie: Prof. Axel Junger
 

Im Rahmen der Anästhesie sorgt die Klinik auch dafür, dass sich ältere Patienten mit zahlreichen Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen überhaupt einem komplexen Tumoreingriff wie z.B. einer Lungen- oder Hirntumoroperation unterziehen können. „Solche zusätzlichen Erkrankungen erhöhen das Risiko für eine Operation erheblich“, weiß Junger aus Erfahrung.

Die Klinik plant daher den gesamten Eingriff akribisch. Dies beinhaltet die Vorbereitung des Patienten auf die OP, die Narkose und die Überwachung der Narkosetiefe und aller Körperfunktionen während des Eingriffs sowie die Stabilisierung nach der Operation inklusive eines ausgeklügelten Schmerzmanagements. Dabei verfügt die Klinik über das gesamte Spektrum der modernen Anästhesie mit differenzierten Narkosemitteln und -verfahren. In schwierigen Fällen legen die Mitarbeiter der Klinik in interdisziplinären Fallbesprechungen mit den anderen beteiligten Fachdisziplinen für die Patienten ein individuelles schmerztherapeutisches Konzept fest.

 

Schmerzmittel genau nach Bedarf

„Narkose und postoperative Schmerztherapie sind von Anfang an eng mit einander verknüpft“, betont Dr. Dirk Risack, Oberarzt der  Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin und ausgewiesener Schmerzexperte. So werden vor größeren Eingriffen im Bauchraum meist spezielle Schmerzkatheter gelegt, über die während und auch nach der Operation die vom Rückenmark abgehenden Nerven des Bauchraumes betäubt werden können. Nach dem Eingriff können darüber kontinuierlich oder über eine Schmerzpumpe je nach Bedarf Schmerzmittel gegeben werden.

Die Vorteile eines solchen postoperativen Schmerzmanagements liegen für Chefarzt Junger auf der Hand: „Der Patient kann früher selbst atmen, das vermindert Komplikationen wie z.B. eine Lungenentzündung, er kann schneller mobilisiert werden, und dank der verbesserten Durchblutung wird die Wundheilung beschleunigt.“

 

Akutschmerzdienst und Schmerzambulanz

Doch nicht nur nach Tumoroperationen werden die Schmerzexperten der Klinik tätig.Der Akutschmerzdienst der Klinik betreut konsiliarisch Patienten mit Schmerzen bei Tumorerkrankungen im Klinikum Nürnberg Nord und arbeitet dabei eng mit den jeweiligen Fachabteilungen zusammen.

Er gestaltet und überwacht die Therapie mit speziellen schmerztherapeutischen Verfahren und erarbeitet gemeinsam mit den Kliniken Konzepte für eine wirkungsvolle Schmerzbehandlung. „Neben medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapieverfahren ist dabei das Gespräch mit den Patienten und den Angehörigen wichtig“, erläutert Risack.

Da eine Tumorschmerztherapie häufig über längere Zeit – auch nach der Krankenhausentlassung – erforderlich ist, kann der Akutschmerzdienst in schwierigen Fällen auch eine ambulante Weiterbetreuung in der Schmerzambulanz  gewährleisten.  Zusammen mit zahlreichen ambulanten Partnern knüpft die Klinik in der Region Mittelfranken ein umfassendes Netz zur Betreuung von Patienten mit Tumorschmerzen auch zu Hause.

Ein wichtiger Baustein dabei ist die Schmerzambulanz. Sie behandelt Patienten mit Tumorschmerzen, chronischen Schmerzen und Nervenschmerzen. Die Behandlung erfolgt nur nach Terminvereinbarung. „Kurzfristig werden Termine jedoch für Patienten mit Tumorschmerzen vergeben, wenn möglich“, so Risack, „innerhalb von 24 Stunden.“   

 

Die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin verfügt über 52 Intensivbetten inklusive acht Betten für Schwerbrandverletzte, eine Intermediate Care-Station im Klinikum Süd mit 14 Betten und zehn Plätze in der interdisziplinären Schmerztagesklinik. Mit ihren insgesamt 400 Mitarbeitern im ärztlichen und pflegerischen Dienst sowie im Verwaltungsbereich führt die Klinik im Jahr an über 25 Anästhesiearbeitsplätzen und in mehreren großen Aufwachräumen etwa 33.000 Narkosen mit allen Anästhesieverfahren durch. Im Jahr werden zudem etwa  700 Periduralanästhesien zur Geburtserleichterung gelegt. Der Konsiliardienst der Klinik betreut im Jahr rund 2.200 Patienten mit 7.700 Visiten schmerzmedizinisch, davon 890 Patienten mit onkologischen Erkrankungen.  

      

Weitere Informationen bei der Anästhesie- und Schmerzambulanz im Klinikum Nürnberg Nord unter Tel. (0911) 398 -26 88 und im Klinikum Nürnberg Süd unter Tel. (0911) 398 -53 09 und auf der Internetseite der Schmerzambulanz.

 

 

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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