Rheuma - Fortschritte in der Therapie

Je nach Krankheit können bei Rheuma nicht nur Gelenke, sondern auch Haut, Muskeln, Nerven und eine Vielzahl innerer Organe betroffen sein, oftmals als Mischformen. Manche Krankheiten sind nur schmerzhaft, andere – die die Funktion lebenswichtiger Organe beeinträchtigen – nicht selten lebensgefährlich.

„Fast allen Krankheitsbildern gemeinsam ist, dass es in den betroffenen Bereichen zu Entzündungsprozessen kommt, die langfristig zu Funktionsbeeinträchtigungen oder -verlust führen“, erklärt Dr. Michael Bäuerle. Seit Mai behandelt der 38-jährige Rheumatologe, der von der Rheumaeinheit der LMU München ins Klinikum Nürnberg wechselte, Rheumapatienten im Ambulanten BehandlungsCentrum im Klinikum Nürnberg Nord.

 

Warum es überhaupt zu diesen Entzündungen kommt, ist bis heute nicht genau geklärt. Rheumatische Erkrankungen sind Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das körpereigene Abwehrsystem gegen den Organismus des Patienten richtet. Was diese Störungen des Immunsystems verursacht, wird nur unzureichend verstanden. Die meisten  Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises können bis heute nicht geheilt werden, oftmals sind langjährige, wenn nicht gar lebenslange Therapien notwendig.

„Doch es gibt beeindruckende Fortschritte in der Therapie“, betont Bäuerle. Neu entwickelte Medikamente, die so genannten Biologika oder „biologicals“, greifen direkt in den Entzündungsprozess ein. So gibt es Biologika, die natürlich vorkommende Entzündungshemmer kopieren und damit ebenfalls entzündungshemmend wirken. Andere fangen die entzündungsfördernden Zytokine im Körper ab und vermindern damit die Entzündung. Aber auch der verbesserte Einsatz konventioneller Medikamente trägt seinen Teil zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeit bei. „Vor allem aber sind sie meistens sehr gut verträglich und langanhaltend wirksam“, freut sich Bäuerle. Darüber hinaus sind auch in Zukunft weitere vielversprechende Therapieansätze zu erwarten.

Rheumatische Erkrankungen werden heute meist frühzeitig diagnostiziert. Die richtige Therapie zu finden, ist dagegen nicht so einfach. „Nicht jedes Medikament oder jede Dosierung hilft bei allen Menschen gleichermaßen“, beobachtet Bäuerle. Auch die Biologika sind nicht für alle Patienten geeignet. Deshalb muss die Rheumatherapie jedem einzelnen Patienten, seinem Krankheitsbild sowie dem Krankheitsverlauf ganz individuell angepasst werden. Das erfordert viel Wissen und Erfahrung; nicht umsonst sind Rheumatologen ausgewiesene Spezialisten auf ihrem Gebiet. Unterstützt werden sollte die medikamentöse Therapie nicht zuletzt durch ergänzende Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie, Patientenschulungen und gegebenenfalls auch durch operative Eingriffe.           

 

Anmeldung zur Rheumatologie-Sprechstunde im Ambulanten BehandlungsCentrum (ABC) im Klinikum Nord unter Tel. (0911) 398 -3061 (Überweisungsschein / Versicherungskarte).

 

Rheuma – hinter dem kurzen und prägnanten Begriff verbirgt sich eine Vielzahl verschiedener Krankheitsbilder: das klassische Gelenksrheuma, also die rheumatoide Arthritis, dann Spondyarthropathien wie z. B. M. Bechterew oder Bindegewebserkrankungen, so genannte Kollagenosen wie der systemische Lupus erythematodes oder die Sklerodermie, entzündliche Gefäßerkrankungen, die man Vaskulitiden nennt, und nicht zuletzt unscharf definierte Erkrankungen wie Weichteilrheumatismus.

 

Weiteres zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite des ABC.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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