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Physikalische und Rehabilitative Medizin - Bewegung wirkt positiv - auch bei Krebs

Hilft mir Bewegung und wenn ja, wie oft und welche? Kann ich noch Sport treiben? Ab wann kann ich starten? Gerade Patienten mit der Diagnose Krebs sind sehr verunsichert, was die Belastbarkeit ihres Körpers angeht.

Im Rahmen einer Krebserkrankung kann es zudem mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie bei Allgemeinbefinden, am Bewegungsapparat und in der Bewältigung des Alltags zu vielfältigen Problemen und Einschränkungen kommen. „Dagegen kann man viel tun“, weiß Dr. Annegret Korte, Oberärztin der Klinik für Physikalische und Rehabilitative Medizin im Klinikum Nürnberg, aus Erfahrung.

Mit einem Team aus Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden, medizinischen Bademeistern, speziell ausgebildeten Pflegekräften sowie Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin bietet die Klinik daher den onkologischen Patienten auf allen Stationen des Klinikums Nürnberg im engen Kontakt mit den behandelnden Ärzten vielfältige Unterstützung an.
Onko-Sport: Fachkundig betreut Annette Seitz (m.) Patienten mit Krebs bei deren Bewegungs-, Dehn-, Kraft- und Koordinationsübungen.
 

Das Ziel ist klar: „Es geht darum“, so Korte, „Schmerzen zu lindern, Funktionen wiederherzustellen, die Rückkehr in das häusliche Umfeld zu erleichtern oder eventuelle Behinderungen zu kompensieren.“

„Behutsames Vorgehen in kleinen Schritten ist dabei gefragt“, erläutert Silke Walch, auf onkologische Patienten spezialisierte Physiotherapeutin im Klinikum Nürnberg Nord. Krebspatienten sind in der Regel nicht so belastbar, trauen sich weniger zu und haben ein geringeres Durchhaltevermögen. Außerdem unterliegt der Allgemeinzustand großen Schwankungen je nach Stand der Therapie und Schweregrad der Nebenwirkungen. „Wir müssen“, so Walch, „auf die Tagesform des Patienten eingehen, das erfordert viel Fingerspitzengefühl und eine große Flexibilität.“

Spezielle Übungen am und im Bett oder mit speziellen Geräten sollen die Folgen und Komplikationen von Krebserkrankungen bekämpfen. Dazu gehören Auszehrung und Abmagerung hervorgerufen durch Tumore im Verdauungstrakt, gestörte Nervenversorgung von Organen und Muskelabbau als Folge von Chemotherapien oder das Fatigue-Syndrom, die chronische Erschöpfung. Hilfreich sind schmerzlindernde Therapien wie Wärme, Kälte, Elektrotherapie oder Massagen, Lymphdrainagen, Reflextherapie, Alltagstraining, Wahrnehmungs- und Koordinationstraining, neuropsychologisches Training oder Sprach- und Sprechtherapie. Auch der richtige Umgang mit Hilfsmitteln wie z.B. mit dem Rollator, mit Schienen und Stützen will gelernt und eingeübt sein.

Ein weiteres spezielles Angebot der Klinik ist die zweimal wöchentlich stattfindende Onko-Sportgruppe, die von Annette Seitz geleitet wird. Am Ergometer, auf dem Laufband oder mit Hilfe von Koordinationsgeräten sowie speziellen Übungen wie z.B. der Beinpresse geht es mit zwei bis sieben Teilnehmern eine Stunde unter fachkundiger Anleitung darum, die Beweglichkeit und die Dehnbarkeit zu erhalten, Kraft und Kondition aufzubauen sowie Koordination und Entspannung zu trainieren. „Wir motivieren die Patienten dazu, das Bett zu verlassen und sich wieder regelmäßig zu bewegen“, betont Seitz.

Dass Physiotherapie selbst bei Patienten der Palliativstation noch positive Wirkungen zeigt, hat Brigitte Schiffel-Schwarz in einer eigenen Studie nachgewiesen. „Es geht darum, die Ressourcen des Patienten herauszufinden und zu stärken. Manchmal ist es auch, einfach nur da zu sein, oder die Berührung mit den Händen. Alleine das wird sehr positiv wahrgenommen“, schildert sie.

 

Weitere Informationen und Anmeldung im Klinikum Nürnberg Nord unter Tel. (0911) 398-2548, im Klinikum Nürnberg Süd unter Tel. (0911) 398-5789 und im Ambulanten BehandlungsCentrum im Klinikum Nord unter Tel. (0911) 398-3061.

Weiteres hierzu auf der Internetseite der Physikalischen und Rehabilitativen Medizin.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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