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Praxisanleitung - Literaturgestützte Fallbesprechung

Aufmerksam studieren Vanessa Jones und Julia Gradl den Text zu „Bewältigungsstrategien bei Patientinnen mit Mammakarzinom“. Es ist ein wissenschaftlicher Text darüber, wie Frauen mit Brustkrebs mit ihrer Krankheit umgehen und den Verlust einer Brust erleben. Graue Theorie also?

„Auf keinen Fall“, sagen die beiden Gesundheits- und Krankenpflegeschülerinnen. Sie sind im zweiten Ausbildungsjahr und für sechs Wochen im praktischen Einsatz auf der Station 20 IV links in der Klinik für Frauenheilkunde im Klinikum Nürnberg Nord. Sie wissen, dass ihre Arbeit mit dem Text weitergehen wird. „Am Schluss müssen wir prüfen, ob und wie sich das Gelernte im Stationsalltag anwenden lässt.“

Praxisanleiterin Gabi Hönow (3.v.l.) und ihre Schüler, v.l.n.r. Vanessa Jones, Steffen Gregarek, Zoltan Attila, Julia Gradl und Theresa Leitz.
 

Literaturgestützte Fallbesprechung nennt sich das Projekt, das seit drei Jahren in der Praxisanleitung, der praktischen Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflegern, zum Einsatz kommt.  Ziel des Projektes ist es, den jungen Menschen schon in der Ausbildung zu zeigen, wie sie pflegewissenschaftliche Erkenntnisse im Pflegealltag umsetzen können.

„In der Ausbildung sind Theorie und Praxis oft zu weit voneinander entfernt“,  meint Karin Radke, Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege der Schwesternschaft Nürnberg vom BRK. Die Krankenpflegeschule des BRK hat daher in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Frauenheilkunde das Lernprojekt „Literaturgestützte Fallbesprechung“ entwickelt.

„Unsere Schülerinnen und Schüler profitieren von diesem Projekt“, berichtet Gabriela Hönow, Krankenpflegerin und Praxisanleiterin der Station 20/IV links der Frauenheilkunde. „Und sie sind mit Begeisterung dabei.“ Unter ihrer Anleitung analysieren die Schüler eine Patientenakte nach pflegerelevanten Gesichtspunkten, anschließend wenden sie eine ausgewählte wissenschaftliche Studie auf diesen Fall an.

Im letzten Schritt geht es um den Wissenstransfer: Das Erfahrene soll auf die eigene Pflegepraxis angewendet werden. „Die Schülerinnen entwickeln dabei ein Verständnis für die gesamte Pflegesituation der Patientinnen, das weit über ihre eigene konkrete Pflegetätigkeit auf der Station hinausgeht“, beobachtet Hönow.

Auch die Praxisanleiterin hat durch das Projekt dazugelernt. „Früher war ich in meiner Anleitung stark handlungsorientiert. Heute fließen psychische, soziale oder kulturelle Aspekte ganz selbstverständlich mit ein.“

Sie weiß, dass sie dabei auch eine Vorbildfunktion hat. „Je bewusster ich die Bedürfnisse der Patientin und den gesamten Krankheitsprozess im Blick habe, desto mehr kann ich meinen Schülerinnen und Schülern vermitteln, was gute Pflege ist.“ 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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