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Neuropathologie - Detektiv für Nerven und Muskeln

Seit Anfang 2011 ist Dr. Ali Fuat Okuducu als Neuropathologe im Klinikum Nürnberg im Einsatz. Seither hat der Oberarzt der Klinik für Pathologie das bestehende neuropathologische Labor systematisch auf- und ausgebaut.

„Jetzt können wir unseren Patienten endlich das gesamte Spektrum neuropathologischer Untersuchungen anbieten“, freut sich Prof. Thomas Papadopoulos, Chefarzt des Instituts für Pathologie. Bisher beschränkte sich die Tätigkeit weitgehend auf die Befundung neuroonkologischer Erkrankungen, von Tumorerkrankungen in Gehirn und Rückenmark also.

„Die Neuroonkologie ist auch weiterhin einer unserer Schwerpunkte“, erklärt Okuducu. Doch die moderne Neuropathologie kann mehr. „Dank neuer chemischer und molekularbiologischer Untersuchungsverfahren haben sich die diagnostischen Möglichkeiten der Neuropathologie in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt“, berichtet er. Muskeln und Nerven samt ihrer Erkrankungen können damit sehr viel besser untersucht werden, als es bisher möglich war.

 

Deshalb war es nur konsequent, dass ein großes Krankenhaus wie das Klinikum Nürnberg das neuropathologische Labor auf den neuesten Stand der Wissenschaft bringt. „Damit sind wir Neuropathologen nah dran am Patienten“, betont Okuducu. „Da wir die Krankengeschichte des Patienten kennen, wissen wir, wo wir mit unserer Suche ansetzen müssen. Die Ergebnisse können wir direkt mit dem behandelnden Arzt diskutieren, eine optimale Verbindung.“ Auch niedergelassene Ärzte können ihre Patienten zur Biopsie hierher überweisen.

Vor allem neuromuskuläre Erkrankungen, aber auch Innervationsstörungen des Dickdarms bei Kindern lassen sich mit Hilfe moderner neuropathologischer Untersuchungsverfahren besser diagnostizieren. Neuromuskuläre Erkrankungen sind zwar eher selten, machen den Patienten aber durch Schmerzen in der Muskulatur und Muskelschwäche zu schaffen. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Bei manchen Patienten ist die Erkrankung genetisch bedingt, bei anderen wird sie durch Entzündungen oder Medikamente ausgelöst. Eine Heilung ist nicht immer möglich, doch können Medikamente die Beschwerden lindern.

Bei Verdacht auf eine neuromuskuläre Erkrankung wird mittels Biopsie ein Muskelstück, in selteneren Fällen der Teil eines Nervs, entnommen, und einer Reihe von Untersuchungen unterworfen. So gibt z.B. der Enzymgehalt im Muskelgewebe wertvolle Hinweise auf Ursache und Therapiemöglichkeiten. In der Regel dauert es einen bis fünf Tage, bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die Dauer hängt davon ab, wie viele Untersuchungen durchgeführt werden müssen, bis die Detektive im Labor fündig werden. „Zuerst startet ein Routineprogramm, das – falls nötig – Stück für Stück verfeinert wird“, beschreibt Okuducu den Verlauf.

Weiteres auf der Internetseite der Pathologie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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