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Tag der offenen Tür - Die Qualität der Daseinsvorsorge

Die Stadt Nürnberg nimmt am 15. und 16. Oktober das Jubiläum „50 Jahre Tag der offenen Tür“ zum Anlass, die Leistungen der Stadt und ihrer Tochterunternehmen den Bürgern vorzustellen. Mit dabei im Rathaus-Innenhof ist auch das Klinikum Nürnberg unter dem Motto „Mit Herz und Gehirn – Wir sind für alle da“.

Immer zur vollen Stunde führen Ärzte des Klinikums durch überlebensgroße Modelle von Gehirn und Herz und stehen für Fragen zur Verfügung. „Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger Nürnbergs ein, sich bei uns aus erster Hand zu informieren“, erläutert Klinikums-Vorstand Dr. Alfred Estelmann.

Estelmann hält es für wichtig, immer wieder auf die Bedeutung und auf die Qualität der kommunalen Daseinsvorsorge aufmerksam zu machen: „Bei der Daseinsvorsorge geht es darum, Leistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse sicherzustellen, dazu gehören der öffentliche Nahverkehr, Gas-, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, Müllabfuhr, Abwasserbeseitigung, Bildungs-, Kultur- und Gesundheitseinrichtungen.“

Den Großteil dieser Gemeinwohlverpflichtung tragen die Kommunen. Im Bereich Krankenhausleistungen hat die Stadt Nürnberg ihre Verpflichtung an das Kommunalunternehmen Klinikum Nürnberg übertragen, das diese mit seinen beiden Standorten der Maximalversorgung im Süden und Norden der Stadt wahrnimmt.

Öffentliche Kliniken, so Klinikums-Vorstand Dr. Alfred Estelmann, gewährleisten langfristig den Auftrag der Kommune zur Daseinsvorsorge - mit Investitionen in die Zukunft
 

„Zusammen mit unserer Tochter im Landkreis Nürnberger Land und deren drei Standorten der Grund- und Regelversorgung versorgen wir mit 7.000 Beschäftigten etwa 100.000 stationäre Patienten im Jahr und gehören mit einem jährlichen Umsatz von 430 Millionen Euro zu den größten kommunalen Krankenhäusern in Europa“, betont Estelmann.

Den in der Öffentlichkeit oft vermittelten Eindruck, kommunale Krankenhäuser wären in der deutschen Krankenhauslandschaft ein Auslaufmodell, will Estelmann so nicht stehen lassen. „Dass inzwischen mehr Krankenhäuser in privater als in öffentlicher Hand sind, ist zwar richtig, aber nur die halbe Wahrheit“, betont er und verweist darauf, dass knapp die Hälfte der deutschen Krankenhausbetten in öffentlichen Kliniken vorgehalten wird und nur 16,6 Prozent in privaten Kliniken. Bezogen auf die Zahl der stationär versorgten Patienten beträgt der Anteil der privaten Kliniken nicht einmal 15 Prozent.

In den öffentlichen Kliniken werden dagegen mehr als die Hälfte aller stationären Patienten in Deutschland versorgt.

Für den Klinikums-Vorstand gibt es für diese Zahlen eine einfache Erklärung: „Die großen Häuser der Maximalversorgung sind ganz überwiegend in kommunaler Hand. 65 Prozent der Kliniken mit über 500 Betten befinden sich in öffentlicher Trägerschaft.“

Während private Träger schnelle Gewinne erzielen müssen, um für ihre Aktionäre Dividenden ausschütten zu können, arbeiten öffentliche Kliniken, so Estelmann, „langfristig und nachhaltig gemeinwohlorientiert und gewährleisten damit den Auftrag der Kommune zur Daseinsvorsorge“. Dieser Auftrag beinhaltet auch Leistungen, mit denen ein Krankenhaus unter dem Strich kein Geld verdienen kann, wie z.B. eine umfangreiche Notfallversorgung mit zahlreichen Ärzten aus den verschiedenen Fachgebieten rund um die Uhr oder die teure Weiterbildung zu Fachärzten.

Estelmann mahnt daher zusammen mit anderen großen Krankenhäusern in Deutschland eine leistungsgerechte Vergütung für die Leistungen der kommunalen Kliniken an: „Der Erfolg eines Krankenhauses darf nicht nur als Ausschüttung von Gewinnen bzw. einer hohen Dividende gesehen werden. Erfolg muss heißen, dass die Kliniken ihren gesellschaftlichen Versorgungsauftrag nachhaltig erfüllen und trotz der starken finanziellen Restriktionen Medizin und Pflege auf höchstem Niveau allen Patienten ohne finanziell motivierte Diskriminierung anbieten.“

Mit dieser Forderung hat Estelmann auch den Deutschen Städtetag hinter sich. Dessen Hauptgeschäftsführer Dr. Stephan Articus warnt davor, dass die Politik der Kostendämpfung, Rabatte und Kürzungen die Krankenhäuser „in eine Unterfinanzierung“ treibe: „Kommunale Krankenhäuser stehen für wirtschaftliches Handeln sowie für Qualität und Sicherheit in der medizinischen Versorgung. Sie sind sich ihrer Rolle für die Daseinsvorsorge bewusst, müssen ihrer Verantwortung für eine qualifizierte Versorgung der Bürger mit Gesundheitsleistungen aber auch in Zukunft gerecht werden können.“

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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