Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2011 >> Ausgabe 4 >> Gedächtnissprechstunde - ADHS-Medikamente auch für Erwachsene?

Gedächtnissprechstunde - ADHS-Medikamente auch für Erwachsene?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS wird zumeist bei Kindern diagnostiziert, weil Eltern oder Lehrer auf die Problematik aufmerksam werden. Anders als lange angenommen, verschwindet die Erkrankung im Erwachsenenalter jedoch nicht von selbst.

Etwa die Hälfte zeigt weiterhin Symptome wie Unruhe, Unaufmerksamkeit oder Impulsivität und ist dadurch im Leben beeinträchtigt.

Während Kinder heute medikamentös gut behandelt werden können, damit sie vor allem die schulischen Anforderungen schaffen, konnten Erwachsenen  bislang nur in begründeten Ausnahmefällen Medikamente verordnet werden. Der Verordnungsausschluss für über 18-Jährige wurde nun zwar gelockert, um die unbeschränkte Zulassung zu erreichen, werden jedoch weitere Wirksamkeitsstudien durchgeführt.

Auch die Gedächtnissprechstunde des Klinikums Nürnberg ist daran beteiligt. Diplom-Psychologin Kerstin Schmidtgen betreut die Studie, Prüfarzt ist Joachim Prößl, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie.

Schmidtgen weist auf die Zunahme von erwachsenen ADHS-Patienten hin: „Zu uns kommen meist Menschen, die bisher noch nicht diagnostiziert wurden und die unter einem großen Leidensdruck stehen, weil der Alltag im Vergleich zu anderen Menschen nicht richtig funktioniert.“ Andere merken es nur zufällig, wenn ihre Kinder diagnostiziert werden, und stellen dabei fest: „Das habe ich ja auch.“ Aufgrund der hohen genetischen Komponente sind häufig mehrere Familienmitglieder betroffen.

Bei Erwachsenen ist es schwieriger als bei Kindern, die Erkrankung festzustellen, weil sie bereits Strategien entwickelt haben, damit umzugehen. „Im Unterschied zu anderen Erkrankungen ist ADHS nur diagnostizierbar, wenn die Symptomatik schon in der Kindheit bestand“, erklärt die Psychologin. Neben einer neurologischen Untersuchung und psychologischen Testverfahren mit Fragebogen, Leistungs- und Konzentrationstests sind deshalb Auskünfte aus der Biografie wichtig.

Aufschlüsse geben auch Bemerkungen in Schulzeugnissen sowie die gesamte schulische und berufliche Laufbahn. Typisch sind Ausbildungsabbrüche und häufige Arbeitsplatzwechsel: „Man merkt, das zieht sich durch das ganze Leben“, resümiert Schmidtgen.

Für ADHS-Patienten ist es meist entlastend, wenn sie wissen, was ihnen fehlt – und es gibt Hilfe, um mit den Anforderungen des Alltags besser zurecht zu kommen. Optimal ist laut Schmidtgen eine kombinierte Behandlung, die bald einfacher möglich ist. So können Medikamente kurzfristig eingesetzt werden, um beispielsweise eine Ausbildung zu beenden. In der Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen, Struktur in den Alltag zu bringen und sich nicht mehr so zu „verzetteln“.

„Mit der richtigen Strategie kann man auch erwachsenen ADHS-Patienten auf lange Sicht eine befriedigende Situation verschaffen“, macht die Psychologin den Betroffenen Mut.

Weiteres hierzu finden Sie auf der Internetseite des Zentfums für Altersmedizin.

Autorin/Autor: Justina Mehringer

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren