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Gastroenterologie - Neue Methode zur Vorbeugung von Speiseröhrenkrebs

Wer kennt nicht den brennend-stechenden Schmerz im Hals bis hinab zum Magen, der sich etwa nach einem fetten Essen oder Kaffegenuss einstellt? Das Gefühl ist im Volksmund als „Sodbrennen“ bekannt.

„Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leidet an Reflux-Beschwerden, die dann entstehen können, wenn der Schließmuskel am Mageneingang nicht mehr funktioniert“, weiß Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie. Im schlimmsten Fall kann dies zu Speiseröhrenkrebs führen. Um dies zu verhindern, kommt in der Klinik nun eine neue schonende Methode zum Einsatz, die in Nordbayern bislang einmalig ist.

Bei Reflux kann hochprozentige Magensäure in die Speiseröhre hochschwappen und das Zellgewebe angreifen. Wenn die Beschwerden länger anhalten, kann daraus eine chronische Entzündung entstehen und eine Umwandlung der dort vorhandenen Zellen, des Plattenepithels, bewirken.
Innovation: Oberarzt Dr. Volker Wießner (l.) und Chefarzt Dr. Herbert Muschweck (r.) entfernen zur Vorbeugung des Entstehens von Speiseröhrenkrebs die Barrett-Schleimhaut
 

Bei zehn Prozent der Menschen mit Reflux-Beschwerden entwickelt sich die so genannte Barrett-Schleimhaut, das sind Schleim produzierende Becherzellen, die sich normalerweise im Darm finden. Das Risiko, dass daraus ein Tumor in der Speiseröhre entsteht, ist zwar nicht besonders hoch, pro Patient und Jahr sind es gerade mal 0,5 Prozent. „Ein Risiko, das man aber dennoch vermeiden kann“, betont Muschweck.

Das neue Verfahren zur Vorbeugung des Entstehens von Speiseröhrenkrebs heißt Radiofrequenz-Ablation bei Barrett-Ösophagus. „Der Arzt führt eine Spiegelung der Speiseröhre durch und stellt durch Einfärbung des Epithels fest, ob eine genetische Veränderung der Zellen vorliegt, und entnimmt daraus Gewebeproben“, erläutert Volkmar Wießner, leitender Oberarzt der Klinik. Wenn bereits eine krankhafte Abweichung der Gewebestruktur oder gar ein früher bösartiger Tumor vorliegt, werden diese verdächtigen Areale endoskopisch abgetragen.

„Da bei diesen Patienten das Risiko einer erneuten Tumorbildung besteht, sollte nach der endoskopischen Entfernung der Krebsvorstufen auch die verbliebene Barrett-Schleimhaut entfernt werden“, rät Wießner. Dazu wird ein Ballon, der an seiner Oberfläche Elektroden enthält, in die Speiseröhre eingeführt. Die Hitze verschorft gezielt nur die betroffene Schleimhaut.

Der Vorteil gegenüber früheren Methoden liegt darin, dass das untere Bindegewebe mit Blutgefäßen verschont bleibt. Nach der Abheilung bildet sich wieder das normale Plattenepithel. „Für den Patienten bedeutet der schonende Eingriff, dass die Funktion der Speiseröhre intakt und das Organ komplett erhalten bleibt“, betont der Oberarzt.

Nach etwa einem Vierteljahr erfolgt eine Kontrolle mit gezielter örtlicher Nachbehandlung. Der Erfolg dieser Methode ist bestätigt: Im Beobachtungszeitraum von fünf Jahren nach der Behandlung sind 92 Prozent der Patienten frei von Symptomen.

Weiteres dazu finden Sie auf der Internetseite der Gastroenterologie.

Autorin/Autor: Justina Mehringer

 
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