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Apotheke - Zytostatika gibt es nicht fertig abgepackt

Aus der Krebstherapie ist die Chemotherapie nicht wegzudenken. Sie ist – neben der Chirurgie und derBestrahlung – eine der drei zentralen Säulen. Doch Zytostatika sind nicht wie andere Medikamente anwendungsfertig abgepackt zu kaufen.

„Jede Rezeptur muss individuell zubereitet werden – für jeden Patienten für jeden einzelnen Behandlungstag“, erklärt Dr. Annette Sattler, Leiterin der Apotheke des Klinikums Nürnberg. Die Dosierung richtet sich nicht nur nach der Tumorart und dem Krankheitsverlauf, sondern auch nach Kriterien wie Körpergewicht, Körpergröße oder den aktuellen Blutwerten.

Eine Riesenaufgabe für die Apotheke also. Im Klinikum Nürnberg Nord gibt es dafür eigens eine Apotheke. „Wir stellen im Jahr mehr als 29.000 Zytostatika her“, berichtet Martina Starke.
Strenge Qualitätsanforderungen: Im so genannten Reinraum werden die Zytostatika unter keimfreien Bedingungen hergestellt
 

Die Fachapothekerin für klinische Pharmazie, die zurzeit die Weiterbildung zur Fachapothekerin für onkologische Pharmazie absolviert, leitet die Zytostatikaherstellung seit 2001. Die Apotheke beliefert nicht nur die Patienten des Klinikums, sondern auch anderer Kliniken wie die Krankenhäuser Nürnberger Land oder das Krankenhaus Martha Maria.

In den hauseigenen Kühlräumen lagern die gebräuchlichsten Wirkstoffe für die Chemotherapie, selten angeforderte Wirkstoffe werden bei Bedarf eingekauft. Jeder dieser Wirkstoffe wird individuell dosiert und anwendungsfertig an die Stationen und Kliniken ausgeliefert – als Spritze, Infusionsbeutel oder Einmalpumpe. Dies ist die Aufgabe der Apotheke. Tag für Tag stellt das Team aus Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen (PTA) zwischen 90 und 160 anwendungsbereite Applikationen her.

Die gängigste Darreichungsform ist der Infusionsbeutel. Die Einmalpumpe – rund 2.500 sind es im Jahr – kommt vor allem bei ambulanten Patienten zum Einsatz, bei denen die Verabreichung der Chemotherapie über Stunden bis hin zu mehreren Tagen erfolgen muss.

Etwa die Hälfte der Bestellungen geht bereits am Vortag ein, mit den Vorbereitungen kann also schon am gleichen Nachmittag begonnen werden. Andere Bestellungen treffen erst im Laufe des Behandlungstages ein. Dies verlangt von den Mitarbeitern ein gutes Timing und viel Organisationstalent bei der Bearbeitung, damit kein Patient – stationär wie ambulant – unnötig lange auf seine Chemotherapie warten muss.

So können Zytostatika, die über mehrere Stunden gegeben werden müssen, nicht erst am späten Nachmittag hergestellt werden. Das wäre viel zu spät für die Patienten. Dann sind da noch die sehr teuren und selten gegebenen Zytostatika. Eine einzige Anwendung kann durchaus mehrere Tausend Euro kosten. „Da beginnen wir mit der Herstellung erst, wenn die Station uns bestätigt, dass der Patient sie an diesem Tag auch wirklich bekommen kann“, so Starke.

Genau 27 Minuten dauert die Herstellung eines Medikamentes im Durchschnitt, hat die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie errechnet. Diese Zahl umfasst den Herstellungsprozess sowie den gesamten Vorgang vom Eingang der Bestellung bis zur Ausgabe. So müssen die Bestellungen aufgenommen und noch einmal auf ihre Stimmigkeit überprüft werden. „Zytostatika sind hoch toxische Medikamente, da darf sich kein noch so flüchtiger Fahler einschleichen“, betonen die beiden Apothekerinnen. 

Anschließend wird die Rezeptur an einer Sicherheitswerkbank im Reinraum unter keimfreien Bedingungen hergestellt. Dabei arbeiten immer zwei PTA zusammen. Eine PTA zieht an der Werkbank die Medikamente auf, die zweite übernimmt alle anderen Tätigkeiten  vom Bereitstellen und Anreichen der benötigten Materialien bis zur Verpackung. Bevor das Zytostatikum die Apotheke verlässt, wird noch ein letztes Mal geprüft, ob es wirklich mit der Bestellung übereinstimmt. Überhaupt unterliegt die Herstellung von Zytostatika strengen Qualitätsanforderungen, die strikt eingehalten werden müssen – von der Raumtemperatur bis hin zu regelmäßigen Qualitätskontrollen.

Weiteres dazu finden Sie auf der Internetseite der Apotheke.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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