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Mitarbeiterumfrage zum Thema: Deutschland im Frauenfußball-Fieber?

Bis 1970 war Frauenfußball offiziell vom DFB verboten, heute ist Frauenfußball eine der am schnellsten wachsenden Sportarten in Deutschland. Die Frauenfußball-Weltmeisterschaft bestimmte drei Wochen im Juni und Juli die Schlagzeilen. Die live übertragenen Spiele erzielten hohe Einschaltquoten im Fernsehen. Dennoch stehen viele Männer, aber laut Umfragen noch mehr Frauen dem Frauenfußball reserviert gegenüber. Wie halten es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums? (Die Umfrage fand vor dem Viertelfinale der WM statt.)

 

Regina Söllner (41), Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie im KNS, seit 20 Jahren im Klinikum:

Die Spiele habe ich mir angeschaut, Frauenfußball finde ich sehr gut. Frauen spielen anders – und sie spielen offenbar auch besser, sonst wären sie ja nicht Weltmeister geworden. Als Kind habe ich gerne auf dem Bolzplatz gespielt, aber später gab es das bei uns auf dem Dorf nicht, dass Mädchen auch Fußball spielten. Heute ist das anders und das finde ich gut. Jeder sollte das tun können, was ihm Spaß macht.

 

Brigitte Schiffel-Schwarz (59), Physiotherapeutin in der Klinik für Physikalische und Rehabilitative Medizin im KNN, seit 30 Jahren im Klinikum:

Ich interessiere mich nicht für Fußball, trotzdem finde ich es schade, dass seit ewigen Zeiten Frauen im Fußball nicht ernst genommen werden. Ich weiß auch nicht, wie es die Männer geschafft haben, in vielen Sportarten bei der Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit immer vorne dran zu sein. Die deutschen Frauen waren zweimal Weltmeister, trotzdem ist Fußball eine Männerdomäne, aber warum eigentlich?

 

Iven Holstein (46), Netzwerkplaner in der DV-Abteilung im KNS, seit 17 Jahren im Klinikum:

Das eine oder andere Spiel habe ich mir angesehen, aber ich bin nicht so an Fußball interessiert. Meine Sportart ist Leichtathletik. Ich trainiere Schülergruppen in allen Disziplinen, egal ob Diskuswerfen oder Kugelstoßen, Mittel- oder Langstreckenlauf. Der Hype um den Männer- und jetzt auch um den Frauenfußball ärgert mich. Fußball bekommt dadurch eine zu hohe Wertigkeit, das benachteiligt alle anderen Sportarten. Jeder will nur noch Fußball spielen, so fehlt zum Beispiel der Leichtathletik der Nachwuchs.

 

Hildegard Koppen (63), Gleichstellungsbeauftragte im Klinikum Nürnberg, seit 45 Jahren im Klinikum:

Fußball hat mich noch nie interessiert, ich habe daher erst ein Spiel der Frauennationalmannschaft gesehen. Aber es werden sicher mehr werden. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass im Zuge der WM der Frauenfußball mehr Beachtung findet. Es ist schön, dass die Frauen jetzt auch in dieser Sportart respektiert werden. Schade ist jedoch, dass damit auch die Schattenseiten des schlagzeilenträchtigen Profisports nun auch für die Frauen gelten, ich denke da nur an die tagelangen Diskussionen um Birgit Prinz.

 

Inna Raffel (23), Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Station B.EG.5 in der Nephrologie im KNS, seit vier Jahren im Klinikum:

Nein, für Frauenfußball interessiere ich mich eigentlich nicht, für den Männerfußball schon eher. Das ist spannender und insgesamt schneller. Als Kind in der Grundschule habe auch ich Fußball gespielt, das hat schon Spaß gemacht, aber dann habe ich das Interesse verloren. Wenn ich mich heute sportlich betätige, denn gehe ich wandern und zwar in die Berge. Das gefällt mir.

 

Dr. Pheline Schingale (29), Assistenzärztin in der Notaufnahme im KNN, seit eineinhalb Jahren im Klinikum:

Früher habe ich Basketball und Volleyball gespielt, Fußball jedoch nicht. Diese Sportart hat mich nicht interessiert. Ab und zu würde ich mir schon ein WM-Spiel anschauen, aber ich muss immer arbeiten. Dass der Frauenfußball jetzt in den Medien mehr Beachtung findet, finde ich gut. Ich glaube aber nicht, dass die große mediale Aufmerksamkeit, das Public-Viewing und die hohen Einschaltquoten dem Frauenfußball grundsätzlich Akzeptanz verschaffen. Vor vier Jahren waren die deutschen Frauen auch Weltspitze, und es hat sich nicht viel geändert.

 

Christoph Klöber (57), Kundenbetreuer im cekib im KNN, seit 23 Jahren im Klinikum:

Fußball interessiert mich nur zu 50 Prozent. Ich bin daher keiner, der beim Fußball mitfiebert, weder bei den Männern, noch bei den Frauen. Ich bin aber überzeugt davon, dass es die Frauen auch nach dieser WM immer noch schwer haben werden, im Fußball akzeptiert und respektiert zu werden. Die WM wird kein Durchbruch sein, Frauenfußball wird weiterhin eine Randsportart bleiben.

 

Dr. Ingrid Bär (60), Chefärztin des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie im KNS, seit 23 Jahren im Klinikum:

Wenn ich dazukomme, dann schaue ich mir das gerne an. Bei der WM der Männer habe ich das genauso gemacht. Natürlich spielen Frauen anders als Männer. Frauen gehen eben anders miteinander um als Männer. Und wenn dann eine Frau mal ein bisschen härter spielt, dann gilt sie gleich als Mannweib. Schade, dass man sich heutzutage immer noch mit solchen Klischees herumschlagen muss. Das wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich das ändert.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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