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Neues Kopf-Hals-Tumorzentrum - Millimeterarbeit in sensiblen Bereichen

Komplexe Tumoren im Kopf- und Halsbereich stellen hohe Anforderungen an die Therapie. Neben der Tumorentfernung kommt es darauf an, Funktionen wie z. B. das Sprechen oder das Schlucken zu erhalten. Auch ästhetische Gesichtspunkte spielen immer eine große Rolle.

„Der Patient mit der Diagnose bösartiger Tumor im Kopf-Hals-Bereich muss sich daher in jedem einzelnen Moment darauf verlassen können, dass er medizinisch optimal versorgt wird und menschlich in guten Händen ist, dazu ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen erforderlich“, betont Prof. Viktor Bonkowsky, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenklinik im Klinikum Nürnberg.

Zusammen mit Prof. Mark Farmand, dem Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, koordiniert er das neue Kopf-Hals-Tumorzentrum des Klinikums Nürnberg, das erste Zentrum dieser Art in Mittelfranken.

 

Im neuen Zentrum arbeiten die Hals-Nasen-Ohren-Klinik, die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und – bei Bedarf – die Klinik für Neurochirurgie bei der Therapie von Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich eng zusammen. Dazu kommen Spezialisten für Onkologie und Hämatologie, Strahlentherapie, Pathologie, Radiologie und Neuroradiologie. Weitere Fachgebiete des Klinikums wie z. B. die Augenheilkunde, die Psychosomatische Medizin oder die Ernährungsberatung sind ebenfalls mit eingebunden.

„Sobald ein Tumor eine zweite Fachdisziplin berührt, wird die Therapie gemeinsam im Tumorboard des Zentrums besprochen und entschieden“, berichtet Bonkowsky. Das ist z. B. der Fall, wenn Tumoren der Mundhöhle in den Rachenraum wachsen, wenn nach der Entfernung eines Nasennebenhöhlentumors eine Rekonstruktion der Gesichtsknochen nötig ist, oder wenn ein Gehirntumor nach unten wächst. Wenn nötig, wird auch gemeinsam operiert. Für sehr komplexe Eingriffe steht das Navigations- und Überwachungssystem der Neurochirurgie zur Verfügung.

Etwa 400 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren werden im Klinikum Nürnberg jährlich behandelt. Mit dieser hohen Fallzahl – die Fachgesellschaften fordern eine Mindestfallzahl von 70 Fällen – zählt das Klinikum Nürnberg zu den großen Zentren in Bayern.

Das neue Zentrum bietet ein umfangreiches Leistungsspektrum zu Diagnose, Therapie und Nachsorge an. Gerade die Operationstechniken im sensiblen Bereich des Kopfes und des Halses haben sich in den letzten 20 Jahren zunehmend verfeinert. „Es ist heute mehr möglich, das heißt aber auch, dass wir sehr eng zusammenarbeiten müssen, um das wirklich beste Ergebnis für den Patienten zu erzielen“, so Prof. Hans-H. Steiner, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie.

Etwa zehn Prozent der Patienten werden von der engen Kooperation der Fachdisziplinen im Kopf-Hals-Zentrum profitieren. Sie müssen sich nicht in verschiedenen Kliniken vorstellen, sondern alle Untersuchungen werden in einer Klinik durchgeführt. Die Befunde werden anschließend im interdisziplinären Team besprochen. Dort wird auch entschieden, welche Therapie den größten Erfolg verspricht.

Den Ärzten ist dabei besonders wichtig, dass trotz des Eingriffes die Funktionen wie Sprechen oder Schlucken erhalten bleiben. „Das ist oft Millimeterarbeit“, betont Bonkowsky. Da die Eingriffe an Hals und Gesicht vorgenommen werden, ist auch das ästhetische Ergebnis von hoher Bedeutung. „Die Patienten wünschen sich, dass man von dem Eingriff so wenig wie möglich sieht“, weiß Chefarzt Farmand.  

In Deutschland erkranken im Jahr rund 3.000 Männer und 500 Frauen an Kehlkopfkrebs und etwa 2.900 Frauen und 7.900 Männer an Tumoren im Mund- und Rachenraum. Dazu kommen rund 2.900 Frauen und 3.500 Männer, die an einem Gehirntumor erkranken. Krebserkrankungen, die im Kopf-Hals-Bereich auftreten, entsprechen etwa sechs Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern und etwa zwei Prozent bei Frauen. Im neuen Kopf-Hals-Tumorzentrum des Klinikums Nürnberg arbeiten (v.l.n.r.) die Neurochirurgie mit Chefarzt Prof. Hans-H. Steiner, die HNO-Klinik mit Chefarzt Prof. Viktor Bonkowsky und die Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie mit Chefarzt Prof. Mark Farmand eng zusammen.   

Kontakt: Hals-, Nasen-, Ohren-Klinik: Ambulanz und Tumorsprechstunde: (0911) 398 -23 26

Mund-, Kiefer-, und Plastische Gesichtschirurgie: Ambulanz und Tumorsprechstunde: (0911) 398 -54 91

Neurochirurgie: Ambulanz und Tumorsprechstunde: (0911) 398 -21 61

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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