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Humor in der Pflege - Der Krankheit eine Pause geben

Humor und Lachen im Pflegealltag in einem Krankenhaus? „Ich habe in der Onkologie gelernt, wie wichtig Lachen auch und gerade im Umgang mit schweren Krankheiten ist.“ Ingrid Lewis, Krankenschwester und Mitglied im Pflegeforum des Klinikums, arbeitet heute in der Palliativstation und findet selbst hier immer eine Gelegenheit, mit ihrem Humor den schwerkranken Patienten und ihren Angehörigen das harte Schicksal ein wenig zu erleichtern.

Was sie sagt, klingt zunächst paradox: „Je gravierender eine Erkrankung ist, desto mehr Humor wünscht sich ein Mensch im Alltag.“

Lewis weiß, dass ein humorvoller Umgang, taktvoll und passend eingesetzt, den Patienten ein wenig Normalität zurückgibt. „Im Lachen können sie die Krankheit, wenn auch nur für einen kurzen Moment, vergessen.“ Zudem fördert gemeinsames Lachen, etwa bei einer peinlichen Situation, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und Pflegekraft. Humor spielt darüber hinaus in der Kommunikation mit den betroffenen Angehörigen eine wichtige Rolle, „beispielsweise um Schuldgefühle und Stress abbauen zu können“. Stressabbau ist auch ein Argument für den Humor bei den Pflegenden selbst, denn der tägliche Umgang mit Schwerstkranken ist extrem belastend. „Lachen hat auch für uns eine befreiende Wirkung.“

Lachen in der Klinik: Onkologie-Krankenpflegerin Ingrid Lewis weiß, dass ein humorvoller Umgang den Patienten ein wenig Normalität zurückgibt.
 

Aber auch für die Palliativ-Krankenschwester gibt es Situationen, in denen sich Humor verbietet. „Man darf einen Menschen nicht kränken, der Humor muss immer hilfreich sein.“ Zu einem natürlichen Sinn für Humor und Intuition für die richtige Situation gehört für Lewis neben einer reflektierten Berufserfahrung auch, dass sie die Lebenswelt des Patienten und dessen Art von Humor kennt. Zudem stellt sie sich auf Alter, Bildungsniveau, kulturellen Hintergrund und Geschlecht ein: „Männer beispielsweise lachen über andere Dinge als Frauen.“ Voraussetzung dafür ist es, eine persönliche Beziehung zum Patienten aufzubauen, um abschätzen zu können, wann Humor angebracht ist und wann nicht.

Lewis plädiert dafür, eine regelrechte Humorkultur auf den Stationen zu entwickeln: „Guten Humor findet man in langjährigen Teams, wo Necken und Scherzen gepflegt wird und zu einem heiteren Grundklima führt.“ Auch für diejenigen, denen es nicht gegeben ist, Witze zu erzählen oder spontane Scherze zu machen, hat die Humor-Expertin einen Tipp parat. So könne man auf der Station Comics oder Witzbücher auslegen, lustige Postkarten oder Bilder aufhängen. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, um manchmal heiter zu sein, auch wenn die Situation ernst ist.“

Warum Lachen so gesund ist

Kinder lachen etwa 200- bis 400-mal am Tag, Erwachsene nur noch etwa 15-mal. Dabei ist Lachen so gesund. Es wirkt auf die Lunge wie eine Funktionsübung. Das Zwerchfell massiert die Organe, was wiederum gut für die Verdauung ist. Das Herz schlägt schneller, infolgedessen sinkt der Blutdruck. Durch erhöhten Sauerstoffverbrauch werden die Verbrennungsvorgänge in den Zellen gefördert, die Immunabwehr wird gestärkt und zellschädigende Stoffe werden abgebaut. Auch die Sauerstoffversorgung des Gehirns steigt. Glückshormone und schmerzstillende körpereigene Substanzen (endogene Opioide) werden ausgeschüttet, im Gegenzug die Stresshormone Adrenalin und Kortisol abgebaut. Die Haut wird besser durchblutet und die Skelettmuskulatur entspannt sich. Lachen schafft zudem eine meditative Pause fürs Gehirn und erzeugt ein Gefühl der Befreiung. Wer über seine Unzulänglichkeiten lachen kann, fördert seine Kreativität und findet leichter Lösungen.

Autorin/Autor: Justina Mehringer

 
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