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Herzrhythmusstörungen - Bessere Therapie dank Magnetnavigation

„Herzrhythmusstörungen“, sagt Dr. Konrad Göhl, „dürfen niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Im schlimmsten Fall stirbt der Patient.“ Der Kardiologe Göhl ist bundesweit einer der führenden Mediziner auf dem Gebiet der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.

In der Klinik für Kardiologie, die von Prof. Matthias Pauschinger geführt wird, leitet er als Elektrophysiologe das derzeit sechsköpfige Team der Rhythmologischen Abteilung.

Hier werden im Jahr über 1.500 Patienten behandelt – Tendenz steigend. Die Zunahme an Herzinfarkten sowie Herzklappen- oder Herzgefäßerkrankungen lässt auch die Zahl der Menschen wachsen, die an Herzrhythmusstörungen leiden. Medikamente, Stress, Schilddrüsenerkrankungen oder eine angeborene Disposition können das Herz ebenfalls aus dem Takt bringen. Manche dieser Störungen sind völlig harmlos, andere hochgefährlich.

 

Damit Arrhythmien nicht zur Gefahr für die Gesundheit werden, dafür arbeiten Göhl und sein Expertenteam. In der Klinik für Kardiologie finden die Patienten die gesamte Bandbreite an Diagnostik und Therapie unter einem Dach vor, darunter die Katheterablation, die Implantation von Schrittmachern oder Defibrillatoren sowie die elektrische Stimulation bei Herzmuskelschwäche.

Bei der Katheterablation werden die Ursachen der Herzrhythmusstörung direkt im Herzen ausgeschaltet, eine medikamentöse Dauertherapie bleibt den Patienten danach meistens erspart.

Seit Anfang 2011 steht für diesen Kathetereingriff im Klinikum Nürnberg Süd die weltweit neueste Technik zur Verfügung: die Magnetnavigation, auch Stereotaxis oder Stereotaxie genannt. Als eine von bisher nur 14 Kliniken in Deutschland bietet die Klinik für Kardiologie dieses innovative und schonende Verfahren an. Göhl spricht dabei sogar von einer „revolutionären Technik“.

Der entscheidende Unterschied zu den bisherigen Verfahren liegt in der vereinfachten Steuerung, die eine höhere Präzision bei der Positionierung des Katheters im Herzen erlaubt. Damit können nun endlich auch die komplexen Herzrhythmusstörungen behandelt werden, die man mit der bisherigen Technologie nicht erreicht hat. Der Dreh dabei: Extrem weiche und flexible Katheter ersetzen das bisher starre Material. Mit Hilfe eines Magnetfeldes lassen sie sich gut von außen navigieren. „Der magnetische Katheter richtet sich – einer Kompassnadel vergleichbar – am externen Magnetfeld aus“, beschreibt Göhl.

Auch das Bildgebungsverfahren ist bei der Magnetnavigation deutlich verbessert. Damit können die Rhythmologie-Experten den Katheter sehr genau und schonend ins Ziel führen. „Jede Begrenzung, auf die der Katheter trifft, wird sofort abgebildet und liefert so ein exaktes dreidimensionales Bild des Herzens“, erklärt der Herzrhythmusspezialist. „Das vereinfacht die Steuerung des Katheters im Herzen enorm.“ Das Gerät wird hauptsächlich zur Therapie komplexer Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Obwohl der Eingriff mitunter Stunden dauern kann, ist er ein sehr schonendes Verfahren für die Patienten.     

 Anmeldung zur rhythmologischen Untersuchung: Telefon (0911) 398- 6617

Aus dem Rhythmus

Als Herzrhythmusstörungen werden alle Störungen bezeichnet, bei denen das Herz schneller oder langsamer als normal schlägt. Auch die Arrhythmie, bei der zwischendurch einzelne Schläge zu viel auftreten oder fehlen, zählt dazu. Nicht jede Rhythmusstörung ist gefährlich, doch selbst harmlos erscheinende Rhythmusstörungen können gefährlich werden. „Deshalb sollte man Herzrhythmusstörungen unbedingt vom Facharzt untersuchen lassen“, rät Oberarzt Dr. Konrad Göhl.

Weiteres zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite des Herz-Gefäß-Zentrums.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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