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Herzinsuffizienz - "Der Patient muss selbst etwas tun"

Herzschwäche hat viele Ursachen und viele Gesichter. Nur eines ist klar: Das Leben der Betroffenen kann nicht mehr so weitergehen wie bisher. „Herzkranke müssen selbst etwas tun und ihren Lebensstil ändern“, betont Prof. Matthias Pauschinger.

Als Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Klinikum Nürnberg kennt er die schwerwiegenden Folgen der Herzinsuffizienz. Noch immer zählen Herzkreislauferkrankungen zur Todesursache Nummer eins in Deutschland. Und vielen der zwei bis drei Millionen von Herzinsuffizienz Betroffenen in Deutschland nimmt die mit der Krankheit einher gehende Erschöpfung die Lebensfreude.

 

Zwar können Herzinsuffizienzpatienten heute mit Medikamenten gut behandelt werden. „Aber Medikamente allein reichen nicht“, so Pauschinger. Um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern, müssen auch die Risikofaktoren verringert werden. Für die Betroffenen heißt das: Übergewicht reduzieren, sich mehr bewegen und ausgewogen ernähren, auf Zigaretten verzichten und nur wenig Alkohol trinken.

„Früher wurde den Patienten oft geraten, sich zu schonen“, erinnert sich Pauschinger. Heute wisse man, dass regelmäßiges Körpertraining dem schwachen Herzen hilft. Das Training müsse jedoch der körperlichen Leistungsfähigkeit angepasst sein. Deshalb rät der Chefarzt, das Trainingsprogramm vorab mit dem behandelnden Kardiologen abzusprechen. Danach ist die Teilnahme an einer Herzsportgruppe sinnvoll.

Die Medikamente müssen ein Leben lang konsequent eingenommen werden. Die tägliche Einnahme von bis zu fünf verschiedenen Arzneimitteln ist da

keine Seltenheit. Ziel all dieser Medikamente ist es, das Herz zu entlasten, um Folgeschäden am Herzen zu verhindern. „Keines dieser Medikament darf daher einfach abgesetzt werden“, so Pauschinger. Denn jedes einzelne ist ein wichtiger Baustein im gesamten Therapiekonzept. Anfangs werden die Medikamente meist über einen längeren Zeitraum langsam gesteigert, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Ebenso wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um Folgeschäden frühzeitig erkennen und behandeln zu können. So kann sich durch eine Herzschwäche z. B. das Herz vergrößern. Oft schließen die Herzklappen dann nicht mehr richtig. Die Folge: Das Herz muss mehr arbeiten.

Eine Herzschwäche kann auch mit der besten Therapie nicht mehr rückgängig gemacht werden. Das weiß auch der Chefarzt. Aber eine gute Therapie zusammen mit einem vernünftigen Lebensstil kann den Patienten trotz ihrer Herzschwäche eine hohe Lebensqualität geben – und mitunter auch ein langes Leben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Kardiologie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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