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Diabetes bei Kindern und Jugendlichen - Die Unterstützung wächst mit dem Kind

Mehrmals täglich Blutzucker messen und Insulin spritzen, die Insulindosis mit dem Essen oder der sportlichen Belastung abstimmen, den Urlaub exakt planen: Ein Leben mit Diabetes verlangt viel Disziplin und eine gute Kenntnis der Krankheit.

Die jungen Patienten samt ihren Familien können von der Krankheit keinen Tag Auszeit nehmen. Dies ist schon für Erwachsene eine große Herausforderung, für Kinder und Jugendliche ist es noch viel schwerer. Und für deren Eltern auch. Brigitte M. erinnert sich noch genau an die ersten Tage und Wochen nach der Diagnose. Ein Schock. Sieben Jahre war ihre Tochter Kathrin damals alt. „Ohne die Beratung und Unterstützung des Diabetes-Teams hätten wir es nicht so leicht geschafft“, sagt sie heute. Selbst auf den Notruf aus dem Familienurlaub in Lappland reagierten die Mitarbeiter des Klinikteams sofort.

Unterstützung: Das Diabetes-Team um Dr. Horst Seithe (2.v.r. daneben Chefarzt Prof. Jan-Holger Schiffmann) und Ingrid Frank (r.) begleitet Diabetes-Patienten durch Kindheit und Pubertät.
 

Seit 25 Jahren gibt es die Diabetes-Ambulanz der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche im Klinikum Nürnberg Süd nun schon. Im Quartal werden hier über 170 Kinder und Jugendliche betreut. „Kinder“, sagt Dr. Horst Seithe, der Leiter der Diabetes-Ambulanz, „brauchen eine besonders intensive Unterstützung.“ So müssen schon Siebenjährige den Umgang mit Nahrungsmitteltabellen, Blutzuckerwerten, Insulin, Spritzen und Pumpen lernen. Sie müssen auch lernen, Tag für Tag damit umzugehen, in der Schule, beim Sport oder auf der Geburtstagsparty.

Mehrmals im Jahr – in der Regel zwei- bis viermal im Vierteljahr - kommen die Kinder und Jugendlichen zur Kontrolluntersuchung und Beratung in die Diabetes-Ambulanz. Eine gute medikamentöse Einstellung ist wichtig, um langfristig Folgeschäden zu vermeiden. So ändert sich der Insulinbedarf mit dem körperlichen Wachstum. Und auch die Probleme wachsen mit den Kindern. Daher erfolgt die Beratung dem jeweiligen Alter angepasst.

„Vor allem in der Pubertät ist die Insulinpumpe schnell uncool“, weiß die Diabetesberaterin Inge Frank. Oder der Jugendliche nimmt lieber eine Überzuckerung in Kauf als sich vor den Augen seiner Freunde Insulin zu spritzen. Auch die inzwischen zwölfjährige Kathrin rebelliert zurzeit gegen die Krankheit: „Was geht mich mein Diabetes an.“ Doch auch sie wird lernen, ganz und gar eigenverantwortlich mit ihrer Krankheit umzugehen.

Rund 25.000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 1 leben in Deutschland. Jedes Jahr kommen etwa 2.500 Neuerkrankte hinzu. Die Ursache dieser Autoimmunerkrankung ist ebenso wenig bekannt wie die Gründe, warum immer mehr sehr junge Kinder daran erkranken. Wesentlich seltener tritt in dieser Altersgruppe noch der Diabetes mellitus Typ 2 auf. Doch aufgrund von falscher Ernährung und Bewegungsmangel schon bei Kindern werden es jedes Jahr mehr.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Diabetes-Ambulanz.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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