Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2011 >> Ausgabe 2 >> Suchtambulanz - Alkohol gepaart mit Depression und Angst

Suchtambulanz - Alkohol gepaart mit Depression und Angst

Was war zuerst da – die Flucht in den Alkohol oder eine psychische Erkrankung, vor der man Schutz im Alkohol suchte? „Eine müßige Frage“, meint Rainer Müller-Horras, der schon seit den 80er Jahren in der Suchtarbeit tätig ist und seit zehn Jahren in der Suchtambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitet.

„Bei der Behandlung müssen wir beide Aspekte – die Sucht wie die psychische Erkrankung – berücksichtigen und behandeln.“

Viele Alkoholkranke leiden parallel zur Sucht an Depressionen, Angststörungen oder den Folgen von traumatisierenden Erfahrungen. Für sie ist die Suchtambulanz im Klinikum Nürnberg Nord eine wichtige Anlaufstelle in der Region. Bei der ambulanten Behandlung geht es erst einmal nicht um Alkoholabstinenz als oberstes Ziel. „Wir müssen durch die Mitbehandlung der psychischen Erkrankung zuerst die Voraussetzungen schaffen, dass eine Abstinenz überhaupt angestrebt werden kann“, so Müller-Horras.

Menschen, die an Angststörungen und Panikattacken leiden, müssten erst einmal lernen, wie sie mit ihrer Angst umgehen können, bevor der Schritt in die Abstinenz überhaupt gelingen könne.

Das Angebot des multiprofessionellen Teams der Suchtambulanz aus Ärzten, Pflegekräften und Sozialpädagogen reicht dabei von kurzen Beratungsgesprächen, die dem Süchtigen den weiteren Weg in Einrichtungen des Suchthilfesystems öffnen, bis hin zur mehrjährigen Begleitung von Suchtkranken in Einzelfällen. „Die Probleme dieser Menschen kann man nicht nach Schema F lösen“, betont Oberarzt Dr. Wolf Dietrich Braunwarth, der die Suchtambulanz leitet.

 

 

Neben der medikamentösen Therapie der psychischen Erkrankung gibt es verschiedene Gruppenangebote zur Körperwahrnehmung, Entspannungsübungen und Hilfen bei Problemen im Alltag. „Wenn der Patient die Wohnung oder den Job verliert, dann rückt die Abstinenz in weite Ferne“, weiß Müller-Horras. Um Alkoholkranke von ihrer Abhängigkeit abzubringen, bevor schwere organische Schäden auftreten, arbeitet die Ambulanz eng mit dem Krankenhaus Altdorf zusammen. Dort wird ein qualifizierter Entzug angeboten.

 

Die empfehlenswerte Broschüre „Alles klar: Tipps und Informationen für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kann kostenlos bestellt werden unter www.bzga.de. Anmeldung zur Suchtambulanz: Tel. (0911) 398-3717.

 

Weiteres zu diesem Thema finden sie auf der Internetseite der Suchtambulanz.

 

 

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren