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Seelsorge - Eltern brauchen auch zuhause Trost

Für alle Eltern ist es ein traumatisches Erlebnis, wenn ihr Kind an einer schweren chronischen oder lebensbedrohlichen Krankheit erkrankt, wenn es zu früh auf die Welt kommt oder es bei der Geburt Komplikationen gibt.

Während der Zeit, die diese Kinder in der Kinderklinik verbringen, ist es besonders wichtig, dass für die Eltern in der Sorge um das Wohl und Leben des kranken Kindes jemand da ist, der sie in dieser schweren Zeit nicht allein lässt. Die Seelsorger der Kinderklinik haben immer ein offenes Ohr für die Ängste und Zweifel der Eltern.

Horst Lenski (im Bild), Diakon der Seelsorge in der Nachsorge, weiß aber, dass danach nicht alles vorbei ist. „Wenn der Alltag wieder einkehrt, ist plötzlich alles anders als geplant, das ganze Leben muss neu überdacht werden.“
 

Die Situation bleibt für die Eltern schwer: Manche müssen sich von der Vorstellung verabschieden, jemals ein gesundes Kind zu haben. Andere Eltern müssen sich vielleicht darauf vorbereiten, dass ihr Kind sterben wird oder sie haben es bereits verloren. Auch die Geschwisterkinder leiden unter der Situation.

Da die Kinder – je nach Schwere der Erkrankung – nicht selten ein halbes Jahr und länger im Krankenhaus bleiben, baut sich in dieser Zeit oft eine intensive Beziehung zwischen Seelsorgern und Eltern auf, die Trost im Gespräch suchen.

Um die Familien auch in der schweren Zeit zu Hause nicht allein zu lassen, gibt es seit zwei Jahren die „Seelsorge in der Nachsorge“. „Uns liegt daran“, so Lenski, „den Kontakt vom Krankenhaus nach Zuhause weiterzuführen.“ Der Seelsorger muss sich der Frage der Eltern stellen: „Welcher Gott kann es zulassen, dass mir und meinem Kind so etwas passiert?“ Lenski versteht den Zorn und Zweifel der Eltern und versucht, ihnen Kraft zu geben. Vielleicht sind da noch andere Kinder, die ebenfalls um das Geschwisterkind trauern und die die Eltern in dieser Zeit auch besonders benötigen.

Der Diakon sieht seine zentrale Aufgabe darin, den Eltern einen Weg zu zeigen, wie sie wieder ins Leben zurück finden, ohne am Schicksal zu verzweifeln – und der Trauer trotzdem Raum geben dürfen.

Bei manchen Familien sind ein bis zwei Kontakte schon hilfreich, bei anderen ist eine längere Begleitung nötig. Eine Familie wird schon seit zwei Jahren besucht. Lenski ist viel unterwegs: „80 Prozent meiner Zeit bin ich draußen“. In enger Kooperation mit allen Beteiligten wird im Therapeuten-Team besprochen, wie man den Familien in ihrer schweren Situation am besten beistehen kann: Seelsorge im umfassenden Sinne also.

Diese Form der seelsorgerischen Nachsorge wurde vom Verein „Klinik Notaufnahme“ vor zwei Jahren begonnen. Finanziell wird die Arbeit von mehreren Stiftungen z. B. von der „Auerbach Stiftung“ getragen. Der Verein „Klabautermann e.V.“ unterstützt die Arbeit durch Bereitstellung eines Autos und die Übernahme der Fahrtkosten.     

Weiteres zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Seelsorge.      

Autorin/Autor: Justina Mehringer

 
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