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Radiologie und Nuklearmedizin - Therapiechance bei Lebermetastasen

Selektive interne Radiotherapie heißt ein Verfahren, das Krebspatienten mit Lebermetastasen Hoffnung macht. „Die Methode, kurz SIRT genannt, kommt bei Patienten zum Einsatz, bei denen alle anderen Therapieformen keinen Erfolg mehr haben“, erläutert Dr. Ralf Adamus, Leitender Oberarzt im Institut für Radiologie und Nuklearmedizin.

Noch dazu müssen sich die Metastasen auf das Organ Leber beschränken, und ihre gesamte Tumormasse darf nicht zu groß sein.

Und auch das ist noch nicht alles. Die Patienten müssen halbwegs fit sein, und die Leberfunktion darf nicht zu sehr beeinträchtigt sein. „Sonst ist der Schaden größer als der Nutzen der Therapie“, betont Dr. Irene Greil. Die Oberärztin, die den Bereich Nuklearmedizin leitet, rechnet mit etwa 20 bis 40 SIR-Therapien im Jahr. Die Entscheidung für oder gegen diese Therapie wird nach dem Ausschöpfen aller anderen Therapiearten im interdisziplinär besetzten Tumorboard getroffen.
Radioaktiv: Dr. Karin Kemter, Assistenzärztin in der Nuklearmedizin, bereitet die Yttrium-90-Kügelchen für ihren Einsatz in der Leber vor.
 

Seit Mai 2010 bietet das Institut für Radiologie und Nuklearmedizin im Klinikum Nürnberg Nord die Therapie an, bis Februar 2011 wurden bereits zwölf Patienten damit behandelt.

Bei SIRT werden Millionen von winzigen, mit radioaktivem Yttrium-90 versehenen Kügelchen direkt in die Leber eingebracht. Dort angekommen, bestrahlen sie direkt das Gewebe. Benachbarte Organe sind von der Bestrahlung kaum betroffen, da die Strahlen maximal einen Zentimeter in das umliegende Gewebe eindringen. Das Einführen der Kügelchen muss sorgfältig vorbereitet werden. „Dabei darf keine Radioaktivität in andere Organe, z.B. in Lunge oder Darm eindringen, weil es dort zu Organschäden käme“, erklärt Dr. Karin Kemter, die sich auf SIRT spezialisiert hat.

Deshalb müssen selbst kleinste auf dem Weg zur Leber abzweigende Arterien mit Platinspiralen, so genannten Coils, verschlossen werden. „Dies kann zwei Stunden und länger dauern“, so Adamus, der den minimalinvasiven Kathetereingriff durchführt. Anschließend wird die Behandlung zunächst mit einer schwach radioaktiven Substanz simuliert. „Dabei beobachten wir genau, wohin sich die Substanz ausbreitet“, so Kemter. „Erst danach können wir entscheiden, ob die Therapie für den Patienten geeignet ist oder nicht.“ Bei einem zweiten Eingriff werden dann die Yttrium-90-Kügelchen eingeführt.

Ziel der Therapie mit SIRT ist nicht die Heilung, sondern die Verlängerung der Lebenszeit und eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Ergebnisse der Behandlung sind mit denen einer Chemotherapie vergleichbar. „Doch es gibt Patienten, für die diese Therapie nicht mehr geeignet ist“, betont Adamus. Hier decken sich die Nürnberger Erfahrungen mit den Ergebnissen internationaler Studien.

Weiteres zu diesem Thema auf der Internetseite der Radiologie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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