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Neuroradiologie - Erfolgreich mit Platin-Spiralen

Die Koffer waren gepackt und im Auto verstaut, die Skier auf den Dachträger geschnallt. Es hätte losgehen können in den lang ersehnten Ski-Urlaub. Doch dann wurde es Susanne K. (l.)plötzlich schwindelig. Erst im Krankenhaus kam sie wieder zu sich. Da lag der lebensrettende Eingriff bereits hinter ihr.

Bei der 42-Jährigen war eine Aussackung in der Blutbahn des Gehirns, ein so genanntes Aneurysma, geplatzt. Schnell hatte sich schon eine ausgedehnte Blutung im Gehirn gebildet. „Eine lebensgefährliche Situation“, sagt Dr. Ingrid Bär (r.), Chefärztin des Instituts für Radiologie und Neuroradiologie im Klinikum Nürnberg Süd. „Wir mussten sofort handeln.“

Zum Einsatz kam ein minimal-invasives Verfahren, Coiling genannt. Dabei wird das geplatzte Aneurysma mit Hilfe von Platinspiralen, den Coils, verschlossen.
 

Die Methode, die seit 1995 in Deutschland zugelassen ist, hat sich bewährt. Bär hat diesen Eingriff mittlerweile schon 200-mal durchgeführt. „Es ist ein sehr sicheres und schonendes Verfahren, um die Blutung schnell und dauerhaft zu stoppen.“ Bei großen Aneurysmen müsse zusätzlich noch ein kleiner Stent zum sicheren Verschluss eingesetzt werden.

Allerdings setzt der Eingriff viel Erfahrung voraus. „Ich muss die Platinspiralen in die feinen Arterien des Gehirns vorschieben – eine Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl verlangt“, weiß Bär. Bei tief im Kopf liegenden Aneurysmen ist ein offener neurochirurgischer Eingriff keine Alternative, da sie nur schwer oder überhaupt nicht zu erreichen sind.

Doch selbst nach der erfolgreichen Operation ist die Gefahr noch nicht gebannt. Blutungen im Gehirn können Spasmen und damit Schlaganfälle auslösen. Erst nach etwa vierzehn Tagen ist die kritische Phase vorbei. Auch Störungen der Hirnwasserregulation können folgen: Zwar wird weiterhin Hirnwasser produziert, aber es wird nicht mehr abgebaut. Es muss dann – vorübergehend oder dauerhaft – abgeleitet werden.

Für Susanne K. spielt das alles keine große Rolle. Sie weiß: „Ich hatte großes Glück.“ Ein Notarzt, der die richtige Diagnose stellte, ein Krankenhaus, das schnell handelte, und auch die gefürchteten Spasmen blieben aus. Nicht immer verläuft es so glimpflich.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Neuroradiologe.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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