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Allgemeinchirurgie - Divertikulitis - kleine Ursache, große Folgen

Divertikel sind Ausstülpungen der Darmwand und eigentlich ganz harmlos. Viele Menschen haben sie, vor allem im unteren Teil des Dickdarmes. Im Alter treten sie gehäuft auf. Gefährlich wird es aber, wenn sich solche Divertikel entzünden und sich diese Entzündung im Bauchraum und auf andere Organe ausbreitet.

„Die Symptome einer solchen Divertikulitis gleichen dann denen einer Blinddarmentzündung, nur dass die Schmerzen meist im linken Unterbauch auftreten“, betont Prof. Dr. Hubert Stein. Da eine solche Divertikulitis schwerwiegende Folgen haben kann, rät der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Viszeralchirurgie im Klinikum Nürnberg zu einer Behandlung in einem großen Krankenhaus: „Die Klinik muss über Erfahrung, Expertise und eine entsprechenden Infrastruktur verfügen.“

Eindrucksvoll: In einem begehbaren Darmmodell schaut die Innenwelt des Darms mit Schleimhaut, Muskeln und Divertikeln nahezu Furcht einflößend aus.
 

In der Allgemeinchirurgie im Klinikum werden im Jahr rund 300 Patienten mit Divertikulitis operiert. Der sichere Nachweis, ob eine Divertikelentzündung vorliegt, geschieht dabei mit Hilfe der Computertomographie. In leichteren Fällen genügt eine Behandlung mit Antibiotika. In schwereren Fällen, wenn ein Divertikel geplatzt ist, ein großer Darmabschnitt betroffen ist oder gar ein Darmverschluss vorliegt, wird in einem 60- bis 90-minütigen Eingriff ein Teil des Darms entfernt, um die Ausbreitung der Entzündung auf den gesamten Bauchraum zu verhindern. Da braucht es ein eingespieltes OP-Team und modernste Medizintechnik.

„Im Klinikum Nürnberg machen wir das minimal-invasiv“, so der Chefarzt, und legen Wert auf einen schnellen Kostaufbau und eine rasche Mobilisierung.“ War vor zehn Jahren noch ein großer Bauchschnitt vonnöten und ein zweiwöchiger Krankenhausaufenthalt, reichen heute drei bis vier kleine Schnitte. Die Patienten gehen in der Regel nach vier bis fünf Tagen wieder nach Hause. Das ist ein Verdienst der so genannten Fast Track-Station im Klinikum Nord. Dort gibt es vor dem Eingriff noch ein Frühstück, nach der OP wird der Verdauungstrakt schnell wieder belastet, und das Aufstehen vom Bett geschieht noch am gleichen Tag.

Komplikationen sind bei solchen Eingriffen selten. „Kommt es aber doch zu Wundinfektionen oder Undichtigkeiten an den Darmnähten verfügen wir rund um die Uhr über die gesamte Diagnostik, über die Endoskopie, über Operationssäle, einen Zugang zur Blutbank sowie kurze Wege zur Intensivstation, und vor allem ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Facharzt für Chirurgie vor Ort“, betont Stein.

Einen hohen Stellenwert besitzt für ihn eine kompetente Ernährungsberatung, wie sie im Klinikum ebenfalls angeboten wird. „Die Divertikulitis ist eine typische Zivilisationskrankheit, deren Ursache vor allem in der Ernährung liegt“, erläutert der Chefarzt. Gerade faser- und ballaststoffarme Nahrung sorgt dafür, dass der Stuhl zu wenig Wasser bindet und verhärtet. Verstopfung ist die Folge. Diese erhöht den Druck auf die Darmwand. An den schwächsten Stellen entstehen dann kleine Ausstülpungen, die sich schließlich entzünden können. Stein rät daher zu mehr Gemüse und Obst, weniger Fleisch, viel Sport und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr.

Weiteres zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Allgemeinmedizin.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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