Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2011 >> Ausgabe 1 >> Onkologische Pflege - Information, Zuwendung und Unterstützung

Onkologische Pflege - Information, Zuwendung und Unterstützung

Die Diagnose Krebs ist meist ein Tiefschlag, die Betroffenen reagieren daher mit Ängsten und Niedergeschlagenheit. Im Krankenhaus angelangt erwarten sie neben einer guten medizinischen Versorgung, auch Zuwendung, umfassende Informationen und Beratung unter Einbeziehung der Angehörigen.

Für die Pflegenden von onkologischen Patienten ist das eine beständige Herausforderung. „Wir betreuen Patienten in außergewöhnlich schwierigen Lebenssituationen auf qualitativ höchstem Niveau“, betont Hannelore Erb, seit 17 Jahren Pflegedienstleitung der Klinik für Onkologie und Hämatologie im Klinikum Nürnberg Nord.

Nicht selten machen ihre Mitarbeiter die Erfahrung, dass die vom behandelnden Arzt mit der Diagnose übermittelten Informationen von den Patienten angesichts der Tragweite des Geschehens gar nicht wahrgenommen werden.

Anspruchsvoll: Pflege in der Onkologie bedeutet für Pflegedienstleiterin Hannelore Erb (r.), hier mit Gesundheits- und Krankenpflegerin Anna Körber, Patienten in sehr schwierigen Lebenssituationen auf qualitativ höchstem Niveau zu betreuen.
 

 „Was hat der Arzt eigentlich gesagt“, fragen sie dann im Anschluss die Pflegenden. „Unsere Aufgabe ist es, dem Patienten Informationen und damit auch Sicherheit zu geben und zwar so, dass er es versteht und so viel, wie er verarbeiten kann“, erläutert Erb.

Nur durch das richtige Verstehen und Verarbeiten der Informationen bekämen die Patienten eine Grundlage, um eigenverantwortlich das weitere Vorgehen entscheiden zu können.Um die notwendigen Fachkenntnisse dafür zu besitzen, müssen sich Pflegende in der Onkologie des Klinikums regelmäßig fort- und weiterbilden. Dabei geht es u.a. um Patientenberatung und -information, um den Umgang mit Nebenwirkungen von Chemotherapien, um neue Pflegemethoden oder Behandlungsansätze. „Ängste zu nehmen, ist möglich, wenn man offen und ehrlich miteinander umgeht“, lautet das Credo der Pflegedienstleiterin.

Neben der umfassenden Information der Betroffenen haben Zuwendung, Einfühlsamkeit und Anteilnahme sowie die Einbeziehung der Familie und Freunde gerade in der onkologischen Pflege einen besonders hohen Stellenwert. Erb will daher nach und nach einführen, dass jeder Tumorpatient seinen festen Ansprechpartner in der Pflege bekommt.

Dies ist umso wichtiger, da sich für viele onkologische Patienten eine Tumorerkrankung in den letzten Jahrzehnten durch den Fortschritt der Medizin von einem kurzen und akuten Geschehen zu einem langwierigen und chronischen Verlauf gewandelt hat. „Die Patienten kommen immer wieder zu uns“, berichtet Erb. Dies ist der Fall bei stationären Chemotherapien, die über einen langen Zeitraum verteilt sind, oder bei Rezidiven, also wenn der Tumor wiedergekommen ist.

Angehörige und Freunde müssen wissen, was zu tun ist, wenn die Patienten wieder nach Hause kommen, und sollen den Patienten in Krisensituationen unterstützen „Daher müssen wir das soziale Netzwerk des Patienten einbeziehen“, erläutert die Pflegedienstleitung.

In den letzten fünf Jahren ist in der Onkologie des Klinikums die durchschnittliche Verweildauer um zwei Tage gesunken. Für die Pflegenden bedeutet das nicht nur eine Arbeitsverdichtung, sondern es bleibt ihnen auch weniger Zeit, um mit den belastenden Situationen umzugehen. Einzel- und Teamsupervision, die eigene Beschäftigung mit Leben und Tod und nicht zuletzt die Einbeziehung der Psychosomatik in schwierigen Fällen bieten daher die Chance, mit den belastenden Situationen im Alltag umgehen zu können.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren