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Organspende - Äußerungspflicht als Königsweg?

Die Nephrologen schlagen Alarm. „In Deutschland gibt es zu wenig Organspender“, beklagt Prof. Kai-Uwe Eckardt, Chefarzt der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten des Klinikums Nürnberg und des Universitätsklinikums Erlangen. In Deutschland kommen auf eine Million Einwohner „nur“ 14,9 Organspender. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit hinten. In Spanien dagegen sind es 40 Spender auf eine Million Einwohner.

Allen Aufklärungskampagnen zum Trotz ist in Deutschland die Zahl derer, die einen Organspendeausweis mit sich tragen oder ihre Angehörigen über die Bereitschaft zur Organspende informiert haben, mit etwa zehn Prozent der Bevölkerung konstant niedrig. In Deutschland sterben daher Jahr für Jahr 1.000 Menschen, die auf den Wartelisten zur Organtransplantation stehen. „Doch die Zahl ist noch höher“, betont Eckardt. Denn viele Patienten, die von einer Organtransplantation profitieren würden, tauchen angesichts der geringen Chancen auf ein Spenderorgan auf den Listen erst gar nicht auf.

Dabei zeigen Umfragen, dass 70 Prozent der Einwohner Deutschlands durchaus bereit wären, nach ihrem Tod Herz, Lunge, Leber, Niere oder Bauchspeicheldrüse denjenigen zu spenden, die diese Organe bitter nötig haben. Eckardt setzt sich daher vehement für eine Gesetzesänderung ein. „Wir müssen weg von der Zustimmungslösung. Die Organspende muss zur Normalität werden.“

Er plädiert daher für eine Widerspruchslösung oder zumindest für eine Äußerungspflicht. Eine Regelung wie diese wäre auch für die Angehörigen erleichternd. Sie müssten sich im Todesfall nicht unter Zeitdruck für oder gegen eine Organspende entscheiden, da dies vorab schon geregelt wäre.

Bei der Widerspruchslösung gilt jeder Mensch als Organspender, solange er dem nicht aktiv widerspricht. Diese Regelung gilt in Ländern wie Österreich, Italien oder Spanien. In der Praxis erfolgt jedoch keine Organentnahme gegen den Widerstand der Angehörigen. In den USA gilt die Äußerungspflicht. Dort muss jeder Bürger beim Erhalt des Führerscheins angeben, ob er einer Organspende nach seinem Tod zustimmt oder nicht.     

 

Informationen zur Organspende und zum Organspendeausweis gibt es im Internet unter www.organspende-info.de.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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