Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2011 >> Ausgabe 1 >> Morbus Hodgkin - Weniger Nebenwirkungen dank neuer Studie

Morbus Hodgkin - Weniger Nebenwirkungen dank neuer Studie

Morbus Hodgkin, eine Form des Lymphdrüsenkrebses, gehört zu den Krebserkrankungen mit guten Heilungschancen. Über 90 Prozent der Patienten, bei denen die Krankheit in einem frühen oder mittleren Stadium entdeckt wird, können geheilt werden. Doch die Therapie – eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung – hat ihre Nebenwirkungen.

Eine neue Studie, an der auch die Klinik für Onkologie und Hämatologie des Klinikums Nürnberg teilnahm, konnte nun nachweisen, dass bei der Therapie des Morbus Hodgkin im Frühstadium weit weniger Chemotherapie und Bestrahlung eingesetzt werden muss als bisher angenommen. Die genauen Ergebnisse der klinischen Studie wurden nun in der führenden Mediziner-Fachzeitschrift, dem New England Journal of Medicine, veröffentlicht.

„Sie werden sich als neuer internationaler Standard bei der Behandlung des Morbus Hodgkin etablieren“, ist sich Prof. Martin Wilhelm, Chefarzt der Onkologie im Klinikum Nürnberg und Mitautor der Studie, sicher.

Morbus Hodgkin tritt bei Kindern und Erwachsenen auf, wobei in Europa weniger Kinder betroffen sind als in Entwicklungsländern. Mit jährlich drei Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner zählt dieser Lymphknotenkrebs zu den eher seltenen Tumorarten. Die Ursachen der Erkrankung sind nicht geklärt, doch es wird ein Zusammenhang mit dem Virus, das das Pfeiffer’sche Drüsenfieber auslöst, vermutet.

Die Heilungsrate ist hoch, unbehandelt führt die Erkrankung unweigerlich zum Tode. Erste Symptome sind Schwellungen der Lymphdrüse, vor allem am Hals, unter der Achsel und in der Leistengegend. Die Schwellungen können von Fieberschüben, Nachtschweiß oder auffälliger Gewichtsabnahme begleitet sein.

Die Nebenwirkungen der Therapie sind jedoch erheblich: Das Wohlbefinden der Patienten ist beeinträchtigt, Erschöpfung und Haarausfall treten auf und es kann zu Veränderungen im Blutbild und in den Organen kommen. Grund genug also, zu überprüfen, ob der gleiche Erfolg auch mit weniger Chemotherapie und Strahlentherapie zu erreichen ist.

Dieser spannenden Frage gingen Forscher in einer europaweit angelegten Studie nach, die vor über zehn Jahren begann. Neben der Leitung der Morbus Hodgkin-Studiengruppe der Universitätsklinik Köln nahm daran auch die Onkologie des Klinikums Nürnberg teil.

Das Ergebnis der Studie ist für Chefarzt Wilhelm bahnbrechend: „Die Bestrahlung kann um 30 Prozent verringert werden, die Chemotherapie sogar um die Hälfte – bei gleichem Ergebnis.“ Damit sinken nicht nur die Nebenwirkungen und das Risiko von Komplikationen, auch die Behandlung dauert mit etwa drei Monaten viel kürzer als vorher. „Dies ist eine enorme Entlastung für die Patienten, da ein Großteil der Therapie ambulant erfolgt“ betont Wilhelm.

Mehr zu diesem Thema auf der Internetseite der Klinik für Onkologie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren