Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2011 >> Ausgabe 1 >> Kinderakademie-Tag - Die Nieren - unser Klärwerk

Kinderakademie-Tag - Die Nieren - unser Klärwerk

„Warum haben wir zwei Nieren?“, fragte Prof. Helfried Gröbe, ehemals Chefarzt der Kinderklinik. „Aus Sicherheitsgründen“, die Antwort der 8-jährigen Larissa kam wie aus der Pistole geschossen.

Viele der 86 Kinder, die im November zum Kinderakademie-Tag „Die Nieren – das Klärwerk unseres Körpers“ ins Klinikum Süd kamen, wussten auch, dass der SPD-Parteivorsitzende Frank Steinmeier seiner Frau eine Niere gespendet hat, damit sie wieder gesund wird. Auch das Thema Blasenentzündung war einigen von ihnen bekannt – aus eigener leidvoller Erfahrung: „Da muss man ständig pinkeln, und es tut schrecklich weh.“

In einer halbstündigen Vorlesung und bei vier Mitmach-Stationen erfuhren die Kinder, was es mit der Niere alles auf sich hat. Tag und Nacht filtern die beiden Organe, die in etwa so groß sind wie ein Mobiltelefon, unser Blut und sieben Schadstoffe aus. Diese werden dann mit dem Urin über die Blase ausgeschieden. Die Kinder lernten auch, dass man Krankheiten am Urin erkennen kann: an den Messwerten aus dem Labor, aber auch an seinem Geruch und Geschmack. „Früher hat man Diabetes am süßen Geschmack des Urins erkannt“, erklärte Gröbe.
Gespannt: Das Innere der Blase, gezeigt bei einer Spiegelung von Kinderchirurgie-Oberarzt Dr. Markus Krause (o.)
 

Er tauchte den Finger in ein Glas mit gelber Flüssigkeit und schleckte ihn ab. Doch das Täuschungsmanöver wurde sogleich durchschaut. „Das ist doch nur Apfelsaft“ rufen die Kinder.

Fällt eine Niere aus, übernimmt die zweite Niere sofort die ganze Arbeit. Versagen jedoch beide Nieren, dann wird es brenzlig. Ohne eine Ersatzniere – Dialyse oder Transplantation – droht der Tod. Wie die Dialyse, die künstliche Niere, funktioniert, erklärte Krankenschwester Heike Pcibil von der Klinik für Nephrologie anschaulich an einem Dialysegerät. Dreimal in der Woche müssen die Patienten für vier bis fünf Stunden an die künstliche Niere angeschlossen werden. „Die künstliche Niere muss in zwölf bis 15 Stunden pro Woche schaffen, wofür die körpereigenen Nieren 168 Stunden Zeit haben“, erläutert Pcibil.

Bei der Dialyse wird nicht nur das Blut gereinigt, sondern dem Körper auch das Wasser entzogen. Denn Menschen, bei denen die Nieren nicht mehr funktionieren, können auch kein Wasser mehr lassen. Aus diesem Grund dürfen sie auch nicht viel Flüssigkeit zu sich nehmen. „Nicht mehr pinkeln können, nicht mehr trinken dürfen, wenn man Durst hat“, da machten die Kinder große Augen.

Bei einer Blasenspiegelung konnten die Mädchen und Jungen einen Blick in das Innere einer Schweineblase werfen, am Nebentisch erklärte Dr. Bodenschatz, Chefarzt der Kinderchirurgie, bei einem Nierenschnitt Aufbau und Funktionsweise der Nieren. Der Kinderkardiologe Dr. Achim Lunkenheimer zeigte am Ultraschall, wo die Nieren liegen. Die Kinderärztin Dr. Kathrin Rosenthal erklärte den Kindern, welche Krankheiten von Blase und Niere bei Kindern auftreten und was Ärzte dagegen tun können.

Der Kinderakademie-Tag des Klinikums Nürnberg findet an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils in den Oster- und Herbstferien statt. Der nächste findet am 19. und 20.4.2011 statt. Das Angebot ist Bestandteil der KinderUni Nürnberg.

 

Informationen und Anmeldung im Internet unter www.kli-ki.de

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren