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Hypophysenchirurgie - Durch die Nase zum Gehirn

Tumore der Hirnanhangdrüse, der so genannten Hypophyse, sind sehr selten. Am häufigsten finden sich dort die meist gutartigen Hypophysenadenome. Sie können selbst Hormone ausschütten oder auch hormonell inaktiv sein und führen daher zu komplexen Beschwerden.

Diese reichen von der Verschlechterung des Sehvermögens bis zu Müdigkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, zum Verlust der Libido und damit zur Beeinträchtigung der Sexualität. In mehr als 95 Prozent der Fälle wird der Tumor minimal-invasiv durch die Nase entfernt. Mit Priv.-Doz. Dr. Jürgen Kreutzer verstärkt nun ein ausgewiesener Spezialist der so genannten transsphenoidalen Hypophysenchirurgie das neurochirurgische Angebot des Klinikums Nürnberg.

PD Dr. Jürgen Kreutzer
 

Die Hirnanhangsdrüse ist das wichtigste übergeordnete Hormonproduktionszentrum des menschlichen Körpers. Sie befindet sich mitten im Kopf unterhalb des Gehirns in einem Knochenteil der Schädelbasis, dem so genannten Türkensattel. Die Hormone der Hypophyse steuern das Wachstum, beeinflussen die Ausschüttung der Sexualhormone Östrogen und Testosteron und steuern die Hormonproduktion der Schilddrüse sowie der Nebennierenrinde.

„Fehlfunktionen der Hirnanhangdrüse, zum Beispiel durch Tumore, beeinflussen über den Stoffwechsel nahezu jede Körperfunktion“, erläutert Kreutzer, der sich seit Jahren auf die minimal-invasive operative Therapie dieser Tumore durch die Nase spezialisiert hat. „Diese transsphenoidale Operation, die in der Regel zwischen einer und zwei Stunden in Vollnarkose dauert, ist sehr sicher und wird von den meisten Patienten ausgezeichnet vertragen“, weiß Kreutzer aus Erfahrung. Außer einem leichten Kopfdruck und etwas geschwollenen Nasenschleimhäuten, wie bei einem leichten grippalen Infekt, habe der Großteil der Patienten nach der Operation keinerlei Beschwerden.

Die Operation erfordert modernste Technik – neben dem Operationsmikroskop auch die Endoskopie und die Neuronavigation – und viel Erfahrung. Die hat Kreutzer bei seinen bisherigen ärztlichen Stationen im Klinikum der Universität von Virginia, sowie den neurochirurgischen Abteilungen in Erlangen und München reichlich erworben. Über 800 solcher Eingriffe führte er bislang alleine durch, bei über 1.000 assistierte er. An der TU München hat er über das interdisziplinäre Management von Tumoren der Hirnanhangsdrüse habilitiert und ist seit zehn Jahren auch Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

Im Klinikum Nürnberg will Kreutzer, der in Nürnberg eine Praxis für Neurochirurgie eröffnet hat, nun als Konsiliararzt die Betreuung von Patienten mit Hypophysentumoren ergänzen und ein hoch spezialisiertes interdisziplinäres Zentrum etablieren. Die Zusammenarbeit mit dem Klinikum ist für ihn „ein Musterbeispiel für eine optimierte Patientenbetreuung durch die enge Verzahnung zwischen individueller ambulanter Beratung in einer Praxis und operativer Therapie sowie perioperativer Betreuung in einem großen Krankenhaus durch einen konsiliarisch tätigen Spezialisten“.

Mehr Informationen bei PD Dr. Jürgen Kreutzer in der Hypophysensprechstunde Freitags 9:00 Uhr – 14:00 Uhr sowie nach Vereinbarung im Kompetenzzentrum Wirbelsäulen- & Hypophysenchirurgie Nürnberg, Äußere Sulzbacher Str. 124, 90491 Nürnberg, Tel. ( 0911) 999 878 0.
www.kwhc-nuernberg.de

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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