Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2011 >> Ausgabe 1 >> Kardiologie - Beim Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an

Kardiologie - Beim Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, also Herzinfarkt und Schlaganfall, sind Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Beim Herzinfarkt spielt Zeit die entscheidende Rolle. Wenn die Herzmuskelzellen aufgrund einer Verstopfung eines Herzkranzgefäßes nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, sterben sie ab.

Dies beginnt bereits nach 20 Minuten. Und die sind vom Infarkt bis zum Verständigen des Notarztes und dann zum Eintreffen in einem Krankenhaus, in dem das verstopfte Gefäß in einem Herzkatheterlabor wieder eröffnet werden kann, schnell vorbei.

Im Wettlauf mit der Zeit können nun die Daten des Elektrokardiogramms (EKG) eines Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt bereits aus dem Wohnzimmer oder aus dem Rettungswagen z.B. in die Intensivstation der Kardiologie im Klinikum Nürnberg Süd übermittelt werden. „Diese neue Datenübertragung spart zehn Minuten, die können entscheidend sein“, meint Prof. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Kardiologie im Klinikum.

Zeitgewinn: Mäzenin Dr. Elisabeth Birkner (2.v.l.) und Martin Burkhard von der Herzhilfe e.V. (3.v.l.) lassen sich von Kardiologie-Chefarzt Prof. Matthias Pauschinger (r.) die EKG-Telemetrie erklären.
 

Um diese so genannte EKG-Telemetrie möglich zu machen, wurden Nürnberger Notarztwägen mit neuen EKG-Geräten ausgerüstet, die eine fehlerfreie Übertragung der Herzwerte des Patienten sicherstellen. Eine teure Angelegenheit, schließlich kostet ein Gerät rund 20.000 Euro. Mit Hilfe der Nürnberger Herzhilfe e.V. und anderen Sponsoren war es bereits möglich, vier der fünf Notarztwägen damit auszustatten. Das fünfte Gerät stiftete nun Dr. Elisabeth Birkner, die langjährige Mäzenin des Klinikums: „Ich freue mich, wenn ich helfen kann.“ Martin Burkert, Vorsitzender der Nürnberger Herzhilfe, hält es „langfristig für ideal, auch alle Rettungswägen mit der EKG-Telemetrie auszurüsten“. Dies sei jedoch nur mit weiteren Spenden möglich.

Die EKG-Telemetrie im Bereich der Nürnberger Rettungsleitstelle wurde auf Initiative des Kardiologie-Chefarztes des Klinikums umgesetzt. „Vorher wurde ein Patient mit vermutetem Infarkt telefonisch bei uns angemeldet, jetzt können wir uns aufgrund der EKG-Werte auf die sofortige Behandlung des einzelnen Patienten im rund um die Uhr verfügbaren Herzkatheterlabor vorbereiten“, erläutert Dr. Jürgen Jessl, Leitender Oberarzt in der Kardiologie. Im Jahr kommen ca. 500 Patienten mit akuten Infarkten ins Klinikums. Sie werden sofort nach Eintreffen zu jeder Tages- und Nachtzeit als Notfall so schnell wie möglich im Herzkatheterlabor behandelt, um die Zeit des Absterbens von Herzmuskelgewebe so kurz wie möglich zu halten.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren