Frühgeborene - Der Frühstart ins Leben

Willkommen im Leben. Die meisten Schwangerschaften verlaufen unproblematisch, die meisten Geburten auch. Doch in sieben bis acht Prozent der Fälle kommen die Babys viel zu früh zur Welt, nämlich vor der 37. Schwangerschaftswoche.

Kommen sie noch früher und bringen gerade mal 1.000 Gramm auf die Waage, ist der Start ins Leben mit hohen Risiken verbunden. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe rät daher bei einer drohenden Frühgeburt vor der 29. Schwangerschaftswoche zu einer umgehenden Verlegung der Schwangeren in ein Perinatalzentrum mit großer Erfahrung – zum Beispiel ins Klinikum Nürnberg Süd.

Bundesweit gehört das Perinatalzentrum im Klinikum Süd zu den Zentren mit der höchsten Leistungsstufe, wo also Mutter und Kind umfassend und rund um die Uhr medizinisch betreut werden.

Im Perinatalzentrum Level 1 im Klinikum Süd arbeiten die Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche mit Chefarzt Prof. Jan Holger Schiffmann und die Geburtshilfe mit dem Bereichsleiter Oberarzt Dr. Wolfgang Köhler (v.l.n.r.) ganz eng zusammen.
 

Hier kommen im Jahr mehr als 30 Kinder mit weniger als 1.250 Gramm zur Welt, manche wiegen gar nur knapp über 500 Gramm. Pro Jahr werden im Klinikum Süd rund 2.300 Kinder geboren, darunter 300 Frühgeborene. Diese große Zahl von Frühgeborenen bringt viel Erfahrung mit sich, und die brauchen die Ärzte und Pflegekräfte auch, um den Frühstart ins Leben zu begleiten.

Hohe Überlebensrate

„Je kleiner und leichter die Kinder sind, desto mehr stellen sie die Ärzte vor besondere Herausforderungen und umso größer sind die Wahrscheinlichkeiten von Entwicklungsverzögerungen und Folgeschäden“, betont Prof. Jan-Holger Schiffmann, Chefarzt der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche. Meist ist die Lunge bei den Frühgeborenen noch nicht richtig entwickelt, der Kreislauf ist instabil, oft liegen Infektionen vor, und der Darm ist noch extrem unreif.

Dank des medizinischen Fortschritts überleben heute 90 Prozent der Kinder, die bei ihrer Geburt 1.000 Gramm wiegen. In den 1970er Jahren lag der Anteil bei nur zehn Prozent. „Die ersten zwei Wochen nach der Geburt sind entscheidend“, weiß Schiffmann aus Erfahrung. Die ganz Kleinen werden dabei über eine Magensonde ernährt. Sie werden künstlich beatmet, und über einen winzigen Katheter in der Vene werden Fette und Aminosäuren zugeführt. Der Inkubator hält die Körpertemperatur konstant, und Elektroden messen permanent Sauerstoffsättigung im Blut, Blutdruck und Herzfrequenz. Wenn die Babys normal atmen können, die Nahrung vertragen und die Temperatur von alleine halten, dann können sie die Klinik verlassen.

Bei Risikoschwangerschaften und Frühgeburten komme es, so der Chefarzt, auf „die enge Abstimmung von Geburtshelfern und Neonatologen“ an. „Entbindung und die medizinische Betreuung nach der Geburt von Mutter und Kind werden vorher gemeinsam festgelegt“, betont auch der Leiter der Geburtshilfe im Klinikum Nürnberg Süd, Oberarzt Dr. Wolfgang Köhler. Er betreut Risikoschwangerschaften, also werdende Mütter mit Diabetes und anderen Erkrankungen. Er holt die Babys per Notkaiserschnitt ins Leben, wenn die Situation wie zum Beispiel bei einer Schwangerschaftsvergiftung für die Mutter lebensbedrohlich ist. „Dann ist die Entbindung die Therapie“, so Köhler.

Oberstes Prinzip ist es jedoch, „Frühgeburten zu vermeiden und damit die Zeit, die das Kind zur Reifung im Mutterleib hat, zu verlängern“. Köhler rät daher zu einer gesunden Lebensweise während der Schwangerschaft, also Verzicht auf Zigaretten und Alkohol.

Regelmäßige Vorsorge

Werdende Mütter sollten auf jeden Fall die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, um lokale Infektionen festzustellen. „Schon eine harmlose Harnwegsinfektion kann das Risiko einer Frühgeburt erhöhen.“ Da die meisten Frühgeburten durch Infektionen in Scheide und Gebärmutter verursacht werden, empfiehlt er werdenden Müttern, den pH-Wert in der Scheide regelmäßig, am besten zweimal pro Woche zu testen.

Auch eine Messung der Länge des Gebärmutterhalses hat eine hohe Aussagekraft. Der Frauenarzt misst dabei mittels Ultraschall die Länge vom äußeren bis zum inneren Muttermund. „Man weiß, je kürzer dieser Abstand ist, umso größer ist das Risiko für vorzeitige Wehen bzw. eine Frühgeburt“, betont Köhler. „Der Test ist völlig schmerzfrei und komplett risikolos.“

 

Weitere Informationen bei der Schwangerenberatung im Klinikum Nürnberg Süd unter Tel. (0911) 398 -2235, bei der Klinik für Geburtshilfe unter Tel. (0911) 398 -2804 bzw. bei der Elterninitiative www.zu-frueh-ins-leben.de.

 

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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