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Brustkrebs - Bestrahlung während der Operation

Seit eineinhalb Jahren werden Patientinnen mit Brustkrebs im Klinikum Nürnberg noch während der OP zum ersten Mal bestrahlt – mit dem so genannten Intrabeam. Bereits unmittelbar nach der Entfernung des Tumors wird das umgebende Gewebe für etwa 25 Minuten bestrahlt.

Dafür wird der runde Kopf des Strahlengerätes direkt in die Tumorhöhle eingeführt. Bei über 100 Frauen kam das innovative Verfahren mit dem Intrabeam schon zum Einsatz. Mit Erfolg: Die Behandlung ist schonender, und die Zahl der Bestrahlungstage verringert sich zudem.

„In der Strahlentherapie hat man schon lange nach einem Verfahren gesucht, bei dem nicht die gesamte Brust bestrahlt werden muss“, berichtet Dr. Clemens Albrecht, Chefarzt der Klinik für Radioonkologie und der Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie. „Mit dem Intrabeam, der Anfang der 90er Jahre entwickelt wurde, ist dies nun endlich gelungen.“

Schonende Bestrahlung
 

„Die Strahlen erreichen exakt das Gewebe, von dem bei Brustkrebs die größte Gefahr droht“, betont Prof. Cosima Brucker, Chefärztin der Frauenheilkunde. Denn es ist das Gewebe, das den Tumor unmittelbar umgibt, von dem die meisten Rezidive ausgehen. Darüber hinaus ist das Verfahren wesentlich schonender. Die Strahlentherapeuten können mit einer niedrigeren Dosis arbeiten als bei der Bestrahlung von außen. „Die Strahlung ist direkt am Gewebe in der Tumorhöhle sehr hoch und fällt dann schon noch eineinhalb Zentimeter stark ab“, erklärt Albrecht. Das gesunde Brustgewebe sowie die Haut werden geschont.

„Und wir gewinnen Zeit“, betont Brucker. Eventuell zurückgebliebene Tumorzellen werden gleich während der OP vernichtet. Die Bestrahlung der ganzen Brust von außen kann nämlich erst dann beginnen, wenn die Wunde verheilt ist, also frühestens sechs Wochen nach der Operation. Braucht es zusätzlich noch eine Chemotherapie, so verschiebt sich die erste Bestrahlung noch weiter nach hinten.

Das Verfahren eignet sich für alle Patientinnen mit einem einzelnen, gut abgegrenzten Tumor bis drei Zentimeter Größe. Daneben sollte kein Mikrokalk nachweisbar sein. Jede vierte Patientin wird im Klinikum bereits mit diesem Verfahren behandelt. Nach der Wundheilung und eventuell einer Chemotherapie folgen nur noch 28 statt wie bisher 37 Bestrahlungstage. „Das ist für unsere Patientinnen eine große Erleichterung“, weiß Brucker. Auch mit dem kosmetischen Ergebnis ist die Chefärztin äußerst zufrieden.

Eine internationale Studie, die im Sommer 2010 in der renommierten Fachzeitschrift „Lancet“ erschienen ist und an der 2.200 Patientinnen teilnahmen, bestätigt den Erfolg. Albrecht rechnet damit, dass sich die Bestrahlungstherapie bei Brustkrebs angesichts der wachsenden Erfahrung mit der intraoperativen Bestrahlung verändern wird.

Je nach Art, Lage und Größe des Tumors werden mitunter weniger Bestrahlungen oder gar nur eine intraoperative Bestrahlung ausreichen. Aber bis diese Ergebnisse wissenschaftlich abgesichert sind und in den Krankenhäusern auch angewendet werden können, werden sicherlich noch einige Jahre vergehen.

 

Terminvereinbarung Brustzentrum: Tel. 398-3843, E-Mail: brustzentrum@klinikum-nuernberg.de.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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