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Altersmedizin - Mobil bleiben, statt gebrechlich sein

Fit im Alter? Gertraud Geuther ist Überzeugungstäterin. Zweimal pro Woche legt die rüstige 88-Jährige Gewichtsmanschetten an Armen und Beinen an, um ihre Muskeln zu stärken. „Es tut mir so gut“, schwärmt sie. Nach dem Training fühle sie sich „putzmunter“ und rundum wohl mit sich und ihrem Körper.

Die Füße sind wieder gut durchblutet, die Kreuzschmerzen verschwunden und auch von den Folgen eines Schlaganfalles hat sie sich erholt. „Deshalb trainiere ich auch fleißig weiter.“

Zum regelmäßigen Krafttraining kam Geuther über ihre Teilnahme an der Studie „Fit im Alter durch professionelles Training – F.i.A.T.“, die von der Klinik für Geriatrie des Klinikums Nürnberg zusammen mit dem Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt wurde. „Wir wollten beweisen, dass ein regelmäßiges Krafttraining noch im Alter vor Gebrechlichkeit schützen kann“, erklärt Prof. Cornel Sieber.

Zweimal pro Woche stärkt Gertraud Geuther (m) ihre Muskeln betreut durch Chefarzt Prof. Cornel Sieber (r.) und Dr. Michael Drey (l.) von der Geriatrie des Klinikums
 

Dass regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ein aktives Leben in der Familie und im Freundeskreis zu einem rüstigen Alter verhelfen, ist schon lange bekannt. „Doch viele alte Menschen bewegen sich zu wenig und schonen sich, die Kraft lässt nach“, berichtet Prof. Klaus Pfeiffer vom Lehrstuhl „Bewegung und Gesundheit“ der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Studie wollte nun prüfen, ob sich durch ein regelmäßiges Krafttraining auch Erfolge verbuchen lassen, wenn erste Anzeichen einer Gebrechlichkeit schon vorliegen.

Der Startschuss für die Studie mit 69 Teilnehmern fiel im April 2008. Bevor die Teilnehmer allerdings an die Gewichte durften, wurden zuerst ihre Vitamin-D-Speicher durch die Einnahme von Tabletten aufgefüllt. „80 Prozent der alten Menschen sind mit Vitamin D unterversorgt“, berichtet Dr. Michael Drey von der Klinik für Geriatrie, der die Studie betreute. Dabei sei gerade das Vitamin D für einen funktionierenden Knochen- und Muskelstoffwechsel unverzichtbar.

Anschließend trainierten die Teilnehmer zwischen 66 und 92 Jahren ihre Muskelkraft unter professioneller Aufsicht über einen Zeitraum von zwölf Wochen zweimal wöchentlich für etwa 60 Minuten. Ein Drittel unterzog sich einem klassischen Krafttraining, das zweite Drittel einem Schnellkrafttraining. Die dritte Gruppe dagegen erhielt neben der Vitamingabe lediglich eine Gesundheitsberatung.

Die Ergebnisse der Studie belegen nun, dass es sich auch im fortgeschrittenen Alter noch lohnt, mit dem Training zu beginnen. Es zeigten sich deutliche Fortschritte bei der Körperbalance, beim Treppensteigen sowie beim Aufstehen vom Stuhl. Die Teilnehmer selbst berichteten begeistert von den Erfolgen. Endlich wieder die Treppen zur eigenen Wohnung bewältigen können, endlich wieder alleine aus der Badewanne steigen können – alles wichtige Bausteine für ein selbstständiges und zufriedenes Leben im Alter.

Die beteiligten Ärzte wünschen sich nun, dass solch ein Krafttraining speziell für ältere Menschen flächendeckend angeboten wird – von Fitnessstudios, Volkshochschulen und Krankenkassen.

Mehr zu diesem Thema auf der Internetseite der Klinik für Geriatrie.

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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