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Strahlenschutz - Neue Erfahrungen für Kenia

„Ich kann hier viel lernen“, lautet das Fazit von Dr. Gabriel Daniel Onditi Elias aus Kenia. Der 54-jährige Radiologe informierte sich von Anfang März bis Ende Mai im Institut für Medizinische Physik und im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie im Klinikum Nürnberg Nord über Strahlenschutz im Krankenhaus.

Er zeigte sich beeindruckt, von „der Größe des Klinikums, seiner medizintechnischen Ausstattung und der hohen Qualifikation des Personals auf allen Ebenen“.

Elias ist Lehrbeauftragter im Hospital von Eldoret, mit 540 Betten das zweitgrößte Krankenhaus von Kenia. Eldoret zählt derzeit 250.000 Einwohner, ist die am schnellsten wachsende Stadt Kenias und Geburtsort vieler kenianischer Laufstars. Das Krankenhaus verfügt über eine große radiologische Abteilung mit Röntgengeräten und Magnetresonanztomografen. „Anders als in Europa oder in den USA liegt der Schwerpunkt bei uns aber nicht auf Herz-und Kreislauf- sowie Krebserkrankungen, sondern auf Infektionen“, erläutert Elias. HIV, Hepatitits, Darminfektionen und Malaria sind die Hauptprobleme in Kenia.

 

Der Radiologe Dr. Gabriel Onditi Elias informierte sich über Maßnahmen, die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten
 

In dem 38 Millionen Einwohner zählendem Land sind Radiologen Mangelware. Während es in Deutschland rund 7.000 Radiologen gibt, sind es in Kenia nur 100. „Das muss sich schnell ändern, um das Gesundheitssystem in Kenia voranzubringen“, meint Elias. Um die angehenden Radiologen in Eldoret gut auszubilden, sammelte der 54-Jährige bereits in den USA, in Schweden und in den Niederlanden in Kliniken und bei den großen Herstellern medizintechnischer Geräte wie Siemens oder Philips Erfahrungen. Im Klinikum Nürnberg stand bei ihm der Strahlenschutz ganz oben auf der Liste. Sein besonderes Interesse galt den Maßnahmen, die Strahlenbelastung von Patienten und Mitarbeitern so gering wie möglich zu halten. „Bei uns in Kenia besteht hier noch ein großer Nachholbedarf“, erläutert Elias, der sich im Rahmen eines Förderprogramms der internationalen Atomenergiebehörde IAEA zur Verbesserung des Strahlenschutzes in den afrikanischen Ländern in Nürnberg aufhielt.

Er würde sich mehr Austausch auf ärztlicher und pflegerischer Ebene zwischen Kenia und europäischen Ländern wünschen. Wechselseitig zu profitieren, hieße seine Devise. Seine Landsleute könnten von den hohen medizinischen Standards in Europa lernen, und die europäischen Ärzte könnten Erfahrungen im Umgang mit gefährlichen Infektionskrankheiten sammeln und ihr Wissen darüber nicht nur aus Lehrbüchern beziehen.

In Nürnberg fühlte sich Elias sehr wohl, insbesondere die Altstadt hat es ihm sehr angetan. Nur eines gefiel ihm nicht: „Der Winter war schon ganz schön hart.“      

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen

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