Olympiastützpunkt Bayern - Medizinische Kompetenz für Olympia
Roxana Nothaft ist 15 Jahre alt. Als Sechsjährige schickten ihre Eltern sie in einen Taekwando-Kurs, damit das Mädchen lernt, sich selbst zu verteidigen. Nothaft bewies dabei nicht nur Talent, heute ist sie fünffache deutsche Jugendmeisterin, fester Bestandteil der Taekwando-Juniorennationalmannschaft und eine der großen Nachwuchshoffnungen im deutschen Sport.
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Damit sich das vielleicht demnächst auch in nationalen oder internationalen Titeln niederschlägt, zog Roxana Nothaft im letzten Jahre von Mühlacker in der Nähe von Stuttgart nach Nürnberg und wechselte auf die Bertolt-Brecht-Schule, die künftige Eliteschule des Sports in der Region. Sie wohnt seitdem im nahe gelegenen Sportinternat St. Paul und schloss sich dem Taekwando-Verein KSC Leopard an. „Ein Leben ohne Taekwando kann ich mir nicht vorstellen“, sagt die 15-Jährige, die derzeit die achte Klasse der Realschule in der Bertolt-Brecht-Schule besucht. Für ihren Sport nimmt sie in Kauf, dass sie ihre Eltern und ihre Geschwister nur alle drei bis vier Wochen sieht, und dass sie neben der Schule dreimal pro Woche vormittags zwei Stunden und dazu jeden Nachmittag trainiert. Eine enorme Doppelbelastung, und ihr Körper muss dabei allerhand aushalten, Prellungen gehören für eine Taekwando-Sportlerin zum Alltag, doch auch Gelenke und Bänder sind einer besonderen Beanspruchung ausgesetzt. Hier kommt es auf eine optimale medizinische Betreuung an, und die findet die Taekwando-Kämpferin im Klinikum Nürnberg Süd. Der Olympische Stützpunkt Bayern (OSP) hat nämlich das Klinikum Nürnberg zum „Offiziellen Medizinischen Zentrum des Olympiastützpunktes Bayern“ ernannt. |
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„Wir brauchen Netzwerke auf engstem Raum“, begründet Klaus Pohlen, Leiter des OSP-Bayern, die Wahl des Klinikums Nürnberg zum zentralen medizinischen Partner. Beim Pendeln zwischen Schule, Training, Wohnung und sportmedizinischer Betreuung dürfe nicht viel Zeit verloren gehen.
Die hohe medizinische Kompetenz in der Unfallchirurgie und Sportorthopädie, habe daher zusammen mit der unmittelbaren räumlichen Nähe zur Bertolt-Brecht-Schule, der künftigen Eliteschule des Sports in der Region, letztlich den Ausschlag für das Klinikum Nürnberg gegeben. „Im Klinikum können die Sportler innerhalb kürzester Zeit optimal behandelt und betreut werden“, so Pohlen.
Seit Ende der 1980er Jahre setzt der Deutsche Olympische Sportbund in der Nachwuchsarbeit auf so genannte Olympiastützpunkte. Der größte der 19 Stützpunkte ist der bayerische mit insgesamt 800 betreuten Sportlerinnen und Sportlern. Diese werden nicht nur in Sachen Training, Schule, Ausbildung oder Wohnen im Internat betreut, sondern auch bei der medizinischen Versorgung.
„Bei Akutverletzungen und Trainingsproblemen können wir von der Diagnostik bis zur Behandlung alles bieten und das rund um die Uhr“, betont auch Privatdozent Dr. Hermann Bail, Chefarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie des Klinikums Nürnberg, und verweist auf den Schwerpunkt Sporttraumatologie und -orthopädie seiner Klinik.
Für den Chefarzt ist es gerade bei jungen Sportlern wichtig, nicht nur Verletzungen schnell und richtig zu behandeln: „Bei den hohen Trainingsanforderungen im modernen Leistungssport kommt es auch darauf an, frühzeitig Überlastungen zu erkennen und rasch darauf zu reagieren, bevor sie negative Folgen haben.“
Dr. Harald Schmidt, Direktor der Bertolt-Brecht-Schule, kennt die extreme Doppelbelastung, um Schule und Hochleistungssport unter einen Hut zu bringen, aus Erfahrung. Tagtäglich kann er das an den Schülerinnen und Schülern, die sich für eine sportliche Karriere entschieden haben, beobachten.
„Das ist ein ganz harter Weg, aber Roxana schafft das und organisiert sich selbst sehr gut“, lobt er die Taekwando-Kämpferin. „Dass wir mit dem Klinikum Nürnberg eines der großen europäischen Krankenhäuser der höchsten Versorgungsstufe gleich nebenan haben, ist einfach ein Glücksfall“, meint Schmidt.
Ob schulische oder sportliche Ausbildung, Wohnung oder medizinische und psychosoziale Betreuung, auf dem Weg zur Weltspitze oder gar zu olympischen Medaillen komme es, so der Schulrektor, darauf an, dass „alle Rädchen ineinandergreifen “. Von einer Medaille wagt Roxana Nothaft noch nicht zu träumen: „Mein größter Wunsch ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro.“Autorin/Autor: Bernd Siegler
