Neugeborene - Gelbsucht-Test ohne Nadelstich
Viele Neugeborene entwickeln kurz nach der Geburt eine Gelbsucht. In den meisten Fällen ist dies nicht weiter gefährlich. Sind die Werte des gelben Gallenfarbstoffes Bilirubin aber stark überhöht, dann muss gehandelt werden. „Andernfalls kann die Entwicklung des Kindes empfindlich gestört werden“, betont Prof. Jan-Holger Schiffmann, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche im Klinikum Nürnberg Süd.
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Um den Bilirubin-Wert zu bestimmen, musste bislang den Neugeborenen Blut zur genauen Untersuchung entnommen werden. Diese Zeiten sind in der Kinderklinik des Klinikums jetzt vorbei: Ein neues Gerät bestimmt nun den Wert, ohne das Baby mit einem Piks zu erschrecken. „Bilirubin entsteht beim Abbau des Blutfarbstoffes Hämoglobin“, erläutert der Chefarzt, „wird es nicht ausgeschieden, dann kommt es zu Einlagerungen.“ Dies könne zum Beispiel in bestimmten Gehirnbereichen geschehen. Akut zeige das Kind dann verminderte Aktivitäten, gähne häufig, trinke wenig und wirke schwach. Bleibe eine Behandlung zum Beispiel eine Bestrahlung mit Licht oder bei massiver Erhöhung des Bilirubins ein Blutaustausch aus, könne es zu schweren Entwicklungsstörungen kommen. Deshalb wurde bislang bei vielen Neugeborenen routinemäßig Blut abgenommen und auf Bilirubin untersucht. Sind die Werte zu hoch, muss dies beobachtet werden, und weitere Nadelstiche sind nötig. Statt einer Nadel befindet sich an der Spitze des neuen Untersuchungsgerätes nun ein photoelektrischer Sensor. |
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„Dieser Sensor erkennt nur durch den Hautkontakt, wie hoch der Bilirubin-Wert im Blut ist“, erklärt Schiffmann. Die Neugeborenen merken in der Regel von der Untersuchung nichts. Nur deutlich erhöhte Blutwerte müssen dann noch mit einer Blutabnahme kontrolliert werden.
„Das Gerät schont nicht nur den Schlafrhythmus der Kinder, die nicht mehr bei jedem Piks wach werden, sondern spart auch Zeit“, freut sich Pflegedienstleitung Judith Peltner. Jede Pflegende kann nun die Messung selbst vornehmen, und es ist nicht mehr notwendig, jede einzelne Blutprobe im Labor zu bearbeiten.
Möglich machte die Anschaffung des rund 7.000 Euro teuren neuen Gerätes eine Spende der Unternehmensgruppe Baumüller, die mit ihrer Weihnachtsaktion „Spenden statt Schenken“ seit Jahren die Arbeit der Kinderklinik des Klinikums unterstützt. Karin Baumüller-Söder ist froh, dass das neue Untersuchungsgerät den Neugeborenen im Klinikum „den Start ins Leben ein bisschen erleichtert“.Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Klinik für Kinder und Jugendliche
Autorin/Autor: Bernd Siegler
