Liebe Leserin, lieber Leser
„Der Schmerz ist das Leben“, lässt Friedrich Schiller in seinem Schauspiel „Wilhelm Tell“ den Freiherrn von Attinghausen sagen. Richtig, Schmerzen gehören zum Leben. Und auch zum Krankenhaus. Schmerzfreiheit kann keine Klinik garantieren, doch dank des medizinischen Fortschritts gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten, den Schmerz zu minimieren.
Im Klinikum Nürnberg steht das so genannte Schmerzmanagement ganz oben auf der Tagesordnung. Ziel ist es, der Entstehung von Schmerz vorzubeugen, bestehende Schmerzen zu lindern oder auszuschalten. Dabei wird der Patient von in Schmerztherapie qualifizierten Ärzten, eigens ausgebildeten Pflegekräften, so genannten Pain Nurses, sowie Psychologen oder Physiotherapeuten oder speziellen Stationen begleitet und nicht allein gelassen in und mit seinem Schmerz.
So gibt es im Klinikum seit Herbst letzten Jahres für chirurgische Patienten zweimal täglich eine Schmerzvisite. Jeder Patient erhält eine individuell auf ihn abgestimmte postoperative Schmerzbehandlung. Welche Rolle die richtige Narkose – Vollnarkose, gezielte Regionalanästhesie oder auch eine Kombination beider Verfahren – für den Bedarf an Schmerzmitteln und die Schmerzen nach dem Eingriff spielt, lesen Sie in der Reportage über die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, die größte Klinik des Klinikums.
Besonders quälend und inzwischen eine Volkskrankheit ist die Migräne. Erst nach einer langen Leidenszeit und der Einnahme vieler Schmerzmittel wenden sich die Betroffenen an einen Schmerzexperten, das ist jedoch der fasche Weg. Um schon Säuglingen den kleinen Piks bei der Gelbsucht-Diagnose zu ersparen, verfügt die Kinderklinik über ein neues Gerät, bei dem ein photoelektrischer Sensor den Bilirubin-Wert im Blut allein durch Hautkontakt feststellt. Zudem gibt es seit zehn Jahren im Klinikum eine spezielle interdisziplinäre Schmerztagesklinik für Patienten mit chronischen Schmerzen und natürlich die Palliativstation, um für Patienten mit nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen die bestmögliche Lebensqualität zu erreichen, d.h. vor allem die Schmerzen zu lindern.
Doch nicht nur in der Schmerztherapie wird im Klinikum Nürnberg viel getan, um den medizinischen und pflegerischen Fortschritt an unsere Patienten weiterzugeben. Mehr dazu finden Sie in dieser Ausgabe der KlinikumZeitung.
Autorin/Autor: Alfred Estelmann
