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Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> KlinikumZeitung >> Jahrgang 2010 >> Ausgabe 3 >> Krankenhausstudie - "Das erfolgreiche kommunale Krankenhaus"

Krankenhausstudie - "Das erfolgreiche kommunale Krankenhaus"

Die kommunalen Krankenhäuser werden bei den Personal-, Betten- und Fallzahlen langfristig Marktführer bleiben. Davon gehen die Autoren einer Studie aus, die das Deutsche Krankenhausinstitut durchgeführt hat. Sie widersprechen damit Meldungen, dass eine neue Privatisierungswelle in der deutschen Krankenhauslandschaft anstünde. Entgegen der Meinung, dass private Träger wirtschaftlicher operierten als kommunale, kommen die Autoren der Studie zu dem Ergebnis, dass „die kommunalen Krankenhäuser genauso wirtschaftlich und leistungsfähig wie Einrichtungen anderer Träger“ wären.

Das Forschungsgutachten des Deutschen Krankenhausinstituts im Auftrag des Interessenverbandes kommunaler Krankenhäuser (IVKK) beruht nicht nur auf der Analyse der amtlichen Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes und der Jahresabschlussdaten von 108 Krankenhäusern. Die Ergebnisse einer Fallstudie in fünf erfolgreichen kommunalen Krankenhäusern flossen ebenfalls mit ein.

Obwohl der Krankenhausmarkt in Deutschland in den letzten Jahren sehr stark in Bewegung war und sich infolge der zunehmenden Privatisierung die Zahl der Kliniken in kommunaler und in privater Trägerschaft nahezu angeglichen hat, liegen demnach die kommunalen Häuser bei den Patientenzahlen mit 40,8 Prozent deutlich vorn. Die privaten Träger kommen hier nur auf 14,1 Prozent.

 

Maximalversorgung: Das Klinikum Nürnberg ist das viertgrößte kommunale Krankenhaus in Deutschland
 

Für die Autoren der im Mai erschienenen Studie ist das auch kein Wunder: „Die kommunalen Träger haben einen überproportionalen Anteil an Krankenhäusern mit mehr als 500 Betten und spielen somit für die Schwerpunkt- und Spezialversorgung eine herausragende Rolle.“ Die privaten Träger halten demnach überwiegend kleinere Krankenhäuser mit bis zu 99 Betten vor und haben sich auf bestimmte Leistungen oder eine bestimmte Patientenklientel spezialisiert.

„Die kommunalen Krankenhäuser tragen wesentlich zur Patientenversorgung bei. Sie stellen insbesondere im intensivmedizinischen Bereich sowie in der Schwerpunkt- und Spezialversorgung die Behandlung der Patienten sicher“, resümmieren die Autoren. Auch bei der Anzahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze haben die kommunalen Häuser die Nase deutlich vorne.

Die Wirtschaftlichkeit war ebenfalls Thema der Krankenhausstudie. Nach der Analyse der Personal-, Sach- und Zinskosten je Fall kommen die Autoren der Studie zum Ergebnis, dass „die kommunalen Krankenhäuser genauso wirtschaftlich arbeiten wie die anderen Trägergruppen und ähnlich hohe Kosten je Fall wie die anderen Krankenhäuser haben“. Auch die Leistungsfähigkeit kommunaler Krankenhäuser sei vergleichbar mit der von anderen Klinikträgern. Die kommunalen Krankenhäuser behandeln demnach durchschnittlich ähnlich viele Fälle je Vollkraft wie die anderen Trägergruppen.

„Die Trägerschaft ist nicht zwingend ein Garant für Erfolg oder Misserfolg, für Effizienz oder Unwirtschaftlichkeit“, lautet das Fazit der 178 Seiten umfassenden Studie. Vor allem bei den privaten und kommunalen Krankenhäusern gebe es sehr große Unterschiede innerhalb der Trägergruppe. In beiden Gruppen gebe es sowohl sehr erfolgreiche als auch weniger erfolgreiche Krankenhäuser.

Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg, des nach Berlin, München und Stuttgart viertgrößten kommunalen Krankenhauses in Deutschland, fühlt sich von der Studie bestätigt: „Privat ist nicht per se besser als öffentlich.“ Aufgrund ihrer Zielsetzung seien private, freigemeinnützige und kommunale Träger nur begrenzt vergleichbar. „Neben einer qualitativ hohen Medizin und Pflege sind den kommunalen Krankenhäusern gemeinwirtschaftliche Ziele, wie z.B. die Bevölkerung umfassend medizinisch zu versorgen und Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten, besonders wichtig“, betont Estelmann. Demgegenüber spielten bei den privaten Krankenhäusern „die Erzielung von Gewinnen oder eine möglichst hohe Kapitalrendite die entscheidende Rolle“.

Autorin/Autor: Bernd Siegler

 
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