Navigation überspringen|

Herzchirurgie - Nahtloser Herzklappenersatz

Als erste Klinik im Süden Deutschlands bietet die Herzchirurgie des Klinikums Nürnberg den Einsatz nahtloser Herzklappenprothesen bei offenem Eingriff an. Bei diesem weltweit neuen Verfahren halbiert sich die Operationszeit.

Der Eingriff ist für die Patienten daher weniger belastend. Davon profitieren vor allem ältere Patienten, die häufig zusätzlich noch an weiteren Erkrankungen leiden. Da die Menschen immer älter werden, wird auch der Kreis der Menschen mit Herzerkrankungen stetig größer.

„Etwa die Hälfte unserer Patienten sind heute über 70 Jahre alt“, berichtet Prof. Theodor Fischlein, Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie. Für die meisten von ihnen ist der offene Eingriff mit Durchtrennung des Brustbeines und Anschluss der Herz-Lungen-Maschine zu risikoreich. Um auch diesen Patienten eine solche oft lebensrettende Operation zu ermöglichen, setzt Fischlein auf innovative Verfahren.

Prof. Theodor Fischlein, Chefarzt der Herzchirurgie und Dr.Dr. Günter Niklewski
 

Im Rahmen einer internationalen Studie, an der neben dem Klinikum Nürnberg auch die Herzzentren in Paris und Hannover teilnehmen, führte Fischlein und sein Team nun erstmals den Einsatz nahtloser Herzklappenprothesen bei einem offenen Eingriff durch. Dabei werden zuerst die verkalkten Herzklappen entfernt, anschließend wird die Prothese „in das Gewebe gesprengt“, so Fischlein. „Die nahtlose Prothese ist dabei fest im Gewebe verankert und ermöglicht dank ihres geringen Umfanges einen guten Blutdurchfluss.“

Das Einnähen der biologischen Klappen mit in der Regel zwölf Stichen entfällt bei diesem Verfahren vollständig. Dadurch gewinnen die Herzchirurgen wertvolle Minuten. „Die OP-Zeit verkürzt sich von 45 Minuten auf nur noch 20 bis allenfalls 30 Minuten“, berichtet der Chefarzt. Der Patient ist nur für diese kurze Zeit auf die Herz-Lungen-Maschine angewiesen, was das Risiko des Eingriffs deutlich senkt. Da das Verlegen der Nähte entfällt, reichen zudem im Regelfall kleinere Schnitte zum Einsatz der Klappen aus.

Über Erfahrung im Einsatz nahtloser Herzklappen verfügt das Team der Nürnberger Herzchirurgen bereits. Schon seit einem Jahr setzen sie biologische Prothesen bei einem kathetergestützen Eingriff ein, der über die Leistenarterie oder die Herzspitze geführt wird. Dieses Verfahren richtet sich an alte Menschen, die zusätzlich an weiteren Erkrankungen leiden und bei denen ein offener Eingriff zu riskant wäre. Allerdings hat das Verfahren einen Nachteil: Die verkalkten Herzklappen verbleiben im Herzen, und der Kalk kann sich mit den Jahren lösen.

Deshalb ist das neue Verfahren der nahtlosen Herzklappen bei offenem Eingriff eine gute Alternative für alle jene Patienten, die noch fit genug sind für diese Operation. „Wir können dank der Bandbreite von modernen medizinischen Verfahren in unserer Klinik den Patienten je nach Gesundheitszustand eine angemessene Behandlung bieten“, freut sich Fischlein.

Im Klinikum Nürnberg werden im Jahr etwa 400 biologische oder künstliche Herzklappen eingesetzt. Dabei werde sich „der Trend zur minimal-invasiven Herzchirurgie in Zukunft weiter fortsetzen“, ist sich der Chefarzt sicher.           

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Klinik für Herzchirurgie

 

Autorin/Autor: Doris Strahler und Bernd Siegler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service