Gesundheitshilfe - Unterstützung für junge Eltern
Immer wieder führen Meldungen in den Medien über die Vernachlässigung oder Misshandlung von Säuglingen und Kleinkindern zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit und dem Ruf nach sofortigen Maßnahmen. Im Rahmen des Projekts „Frühe Hilfen für Eltern von Kindern zwischen 0 und 3 Jahren in Nürnberg“ entwickelte das Nürnberger Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Jugendamt verschiedene Module zur Frühprävention.
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Seit September letzten Jahres besuchen zwei Kinderkrankenschwestern der „aufsuchenden Gesundheitshilfe“ des Gesundheitsamts regelmäßig die Entbindungsstationen im Klinikum Nürnberg Süd und in den anderen Krankenhäusern. Sie bieten jungen Müttern und Vätern ihre Beratung, Hilfe und Unterstützung an – lange bevor es zu einer Überforderung der Eltern kommt. Einmal in der Woche kommen Sölve Nonnig oder Ivana Squillace in die Geburtshilfe und in die Frühchenstation im Klinikum Süd. Beide sind ausgebildete Kinderkrankenschwestern, die lange Jahre in der Kinderklinik des Klinikums gearbeitet haben. Sie versuchen, mit den jungen Müttern ins Gespräch zu kommen, und verteilen Flyer, in denen das Angebot der „aufsuchenden Gesundheitshilfe“ und weitere Hilfsangebote in Nürnberg vorgestellt werden. Die Frauen und ihre Neugeborenen – mit Wohnsitz in Nürnberg – erhalten auch ein kleines Begrüßungspaket. Darin enthalten sind ein Thermometer, ein Stoffpüppchen und Pflegemittelproben. |
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Während sich Nachsorgehebammen vor allem in den ersten acht Wochen nach der Geburt um die Familien kümmern, bieten die Kinderkrankenschwestern ihre Unterstützung ergänzend zur Hebammennachsorge und für die Zeit danach an. „Dabei geht es um telefonische Beratung, Hausbesuche und die Vermittlung von Hilfsdiensten für die jungen Eltern“, erläutert Dr. Norbert Kurz, der im Gesundheitsamt die aufsuchende Gesundheitshilfe leitet. „Durch Beratung und praktische Anleitung sollen die Eltern in ihrer Kompetenz gestärkt werden, wie sie am besten mit dem kleinen Erdenbürger umgehen.“
Er will mit dem Projekt „der Überlastung junger Eltern z.B. durch ein Schreikind oder bei Anpassungsproblemen durch sachkundige Beratung und konkrete Anleitung vorbeugen, damit gefährliche Entwicklungen wie Vernachlässigung oder Misshandlung möglichst gar nicht entstehen“. Wichtig für ihn ist die „aufsuchende Hilfe durch Kinderkrankenschwestern, ohne dass besondere Gefährdungsmerkmale vorliegen“. Dabei stehe der medizinisch-pflegerische Bedarf im Vordergrund. „Es geht nicht darum nachzusehen, ob alles passt“, betont Kurz.
Er freut sich über die „gelungene Kooperation zwischen dem Klinikum und dem Gesundheitsamt der Stadt“. Eigentlich auch kein Wunder, denn nicht nur die beiden Kinderkrankenschwestern waren zuvor in der Kinderklinik des Klinikums tätig, sondern auch Kurz als Kinderarzt.Autorin/Autor: Bernd Siegler
