Allergien - NIZA für Allergiker
Allergien sind auf dem Vormarsch. Kaum ein Haushalt in Deutschland, in dem es keinen Allergiker gibt. Dabei machen die unterschiedlichsten Auslöser den Menschen das Leben schwer: Pollen, Hausstaub- oder Tierhaarallergien, Überempfindlichkeit auf bestimmte Lebensmittel bzw. Nahrungsmittelbestandteile oder Medikamente bis hin zu allergischem Asthma. So vielfältig die Auslöser, so differenziert sind auch Ursachenforschung und Behandlungsansätze.
|
„Manche Allergien sind unkompliziert zu diagnostizieren und zu behandeln“, berichtet Alexandra Bachtler, Fachärztin und Allergologin in der Hautklinik im Klinikum Nord. Andere wiederum bedürfen einer aufwändigen Diagnostik und Therapie, nicht wenige Verfahren müssen sogar stationär durchgeführt und überwacht werden. Für diese Patienten ist das Nürnberger Interdisziplinäre Zentrum für Allergologie, kurz NIZA genannt, die richtige Anlaufstelle. Im NIZA arbeiten Hautklinik, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Pneumologie, Gastroenterologie und die Klinik für Kinder und Jugendliche eng zusammen, um den Allergikern so gut wie nur möglich zu helfen. |
|
„Wir müssen eng zusammenarbeiten, um die Behandlung von Allergien im Raum Nürnberg auf optimale Füße zu stellen“, betont Prof. Erwin Schultz, Chefarzt der Hautklinik. Damit meint er alle Ärzte im Raum Nürnberg, die Allergiker behandeln: Klinikärzte ebenso wie die niedergelassenen Allergologen. Zu dieser Vernetzung will NIZA einen entscheidenden Beitrag leisten. Neben der intensiven Kooperation spielen Fortbildungen für Ärzte, die über aktuelle Entwicklungen bei Diagnose und Behandlung von Allergien informieren, eine wichtige Rolle.
Ins Klinikum Nürnberg kommen Allergiker nur, wenn aufwändige Diagnoseverfahren und Therapien nötig sind. So müssen Patienten während der Einleitung einer Hyposensibilisierung bei Insektengiftallergie – dabei werden ihnen aufsteigende Dosen des Giftes gespritzt, um das Immunsystem daran zu gewöhnen - überwacht werden. „Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock, ohne sofortige ärztliche Hilfe eine lebensbedrohliche Situation für den Patienten“, erklärt Bachtler. Die Fortführung der Hyposensibilisierung erfolgt dann in der Regel ambulant durch den niedergelassenen Allergologen.
Bei schwerem Asthma kann die Anti-IgE-Therapie helfen. „Dabei werden dem Patienten Antikörper gegen die asthmaauslösenden Antikörper gespritzt“, erläutert Prof. Joachim Ficker, Chefarzt der Pneumologie. Auch die Desensibilisierung bei einer Aspirin-
intoleranz, die von schnell nachwachsenden Nasenpolypen und schweren Asthmaanfällen begleitet sein kann, muss anfangs sicherheitshalber im Krankenhaus erfolgen. Das gleiche gilt für Ausweichtestungen bei Medikamentenunverträglichkeiten, z.B. bei Antibiotika.
Bis zum 18. Lebensjahr werden Patienten mit schwerem allergischen Asthma, Insektengiftallergien oder schweren Nahrungsmittelallergien federführend in der Klinik für Kinder und Jugendliche im Klinikum Süd diagnostiziert und therapiert.Autorin/Autor: Doris Strahler
