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Struktur- und Prozessoffensive - "Wir müssen dicke Bretter bohren"

Steigende Fallzahlen, komplexere Krankheitsbilder, immer ältere Patienten und eine deutliche Senkung der Verweildauer im Krankenhaus prägen den Arbeitsalltag im Klinikum Nürnberg. In allen Bereichen des Klinikums steigt die Arbeitsbelastung seit Jahren an. Eine angemessene Vergütung nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz für die Leistungen eines Krankenhauses der Maximalversorgung steht dagegen weiter aus.

„Deshalb gilt es, die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und die medizinische und pflegerische Betreuung der Patienten im Klinikum Nürnberg so weiter zu entwickeln, dass reibungslose Abläufe und zufriedenstellende Arbeitsbedingungen eine hohe Leistungsqualität aller im Klinikum Nürnberg arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen“, betont Peter Schuh. Schuh ist in der Klinikumsleitung für Personal und Patientenversorgung verantwortlich und zugleich Leiter der im Februar letzten Jahres gestarteten Struktur- und Prozessoffensive (SPO).

„Nun sind die ersten Projekte abgeschlossen und wichtige neue gestartet“, ist Schuh zufrieden. Abgeschlossen sind die Projekte zur Erhöhung der OP-Kapazitätsnutzung der Operationssäle und zu einer besseren Patientensteuerung. Am Laufen sind Projekte zur künftigen Organisation von Pflegedienst und pflegenahen Diensten, zur Organisation in OP und Anästhesie, zur Physikalischen Medizin und zur interdisziplinären Belegung der Stationen. Schneller als gedacht kommt das Projekt zur Radiologie und zur Nuklearmedizin voran.

Das Tempo steht für Schuh jedoch nicht im Zentrum. Es kommt ihm weniger auf schnelle, denn auf solide und praktikable Projektergebnisse an: „Wir müssen dicke Bretter bohren, dafür darf es ruhig einmal einen Monat länger dauern. Hauptsache, wir bekommen Vorschläge, die uns auch wirklich weiterbringen.“

Weitergebracht hat etwa das erste OP-Projekt, bei dem es innerhalb von sechs Monaten gelang, die Kapazitäten in den Operationssälen ohne zusätzliches Personal um mehrere Stunden pro Tag im Klinikum Nord und im Süden zu erhöhen. „Damit zeigt sich“, so Schuh, „dass eine Verbesserung von Abläufen und Absprachen für das Klinikum wichtig und möglich sind.“ Mehr Patienten könnten damit in gleicher Qualität schneller operiert werden, und die Erlöse des Klinikums steigen.

„Nun muss sich zeigen, ob dieser Erfolg auch Nachhaltigkeit entfaltet, dann würde diese Projekt der Struktur- und Prozessoffensive mittel- und langfristig zu größerer Wirtschaftlichkeit und Qualitätsverbesserung beitragen“, betont Schuh.

Autorin/Autor: Stephan Kolb

 
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