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Schlafmedizin - Den Schlaf bekämpfen

Viele Menschen in Deutschland schlafen schlecht. Doch es gibt auch Menschen, bei denen liegt das Problem genau anders herum: Sie schlafen mitten am Tag ein. Dr. Jürgen Herold, Schlafmediziner im Schlafmedizinischen Zentrum des Klinikums, diagnostiziert bei rund 30 Patienten im Jahr die Schlafkrankheit Narkolepsie.

Die Menschen, die an dieser Stoffwechselstörung des Gehirns leiden, werden tagsüber von einer unwiderstehlichen Müdigkeit befallen. Und schlafen ein. Egal, was sie gerade tun – arbeiten, Auto fahren, sich unterhalten - sie können sich ihres überwältigenden Schlafbedürfnis nicht erwehren. Die Unfallgefahr ist da natürlich groß.

„Die Menschen leiden sehr unter dieser exzessiven Schläfrigkeit“, berichtet Herold. Der Beruf kann häufig nicht mehr richtig ausgeübt werden, Ehe und Familie werden in Mitleidenschaft gezogen. Noch dazu dauert es oft Jahre, bis die Erkrankung richtig diagnostiziert und behandelt wird. Schläfrigkeit sei einfach ein „sehr unspezifisches Symptom“, meint der Schlafmediziner. Störungen im Wach-Schlaf-Rhythmus ebenfalls.

Einfacher ist die Diagnose, wenn zusätzlich zur Schläfrigkeit eine Kataplexie oder eine Schlaflähmung auftreten. Doch dies ist nicht immer der Fall. Bei der Kataplexie erschlafft bei plötzlicher Erregung – durch Erschrecken, Freude oder Lachen - plötzlich die Muskulatur. Betroffen sind vor allem Gesicht, die Greiffähigkeit der Hände und die Standfestigkeit in den Knien. Die Menschen müssen sich oft sofort setzen, das Bewusstsein bleibt jedoch erhalten. Ein weiteres mögliches Symptom ist die Schlaflähmung: Der Betroffene kann sich unmittelbar nach dem Aufwachen erst einmal nicht bewegen.

Die endgültige Diagnose der Narkolepsie erfolgt im Schlafmedizinischen Zentrum. Eine sorgfältige Anamnese, Laborbefunde und eine Analyse des Schlafes im Schlaflabor weisen den Schlafmedizinern den richtigen Weg. „Leider kennen wir die Ursachen der Schlafkrankheit bis heute nicht genau, eine Heilung ist daher nicht möglich“, bedauert Herold.

Doch die moderne Schlafmedizin bietet Mittel und Wege, die exzessive Schläfrigkeit in den Griff zu bekommen. Dabei helfen in erster Linie Medikamente, die das Wachsein tagsüber stärken. Zusätzlich unterstützt ein verhaltenstherapeutisches Training die Patienten darin, mit den Folgen ihrer Erkrankung besser zurechtzukommen.           

 

Anmeldung bei der Schlafambulanz unter Tel. (0911) 398 -7427.

Schlafmedizin

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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