Physikalische Medizin - Neuromuskuläre Erkrankungen und Kinderorthopädie
Ursprünglich wollte Dr. Andrea Riehmer Sportmedizinerin werden. Doch dann kam alles ganz anders. In einer Münchner Klinik begann sie ihre Ausbildung in der Abteilung für Sportmedizin und Endoprothetik, später jedoch wurde sie in die Kinderorthopädie mit Schwerpunkt neuro-muskuläre Erkrankungen versetzt. Die Arbeit mit den oft auch geistig behinderten Patienten machte ihr so viel Spaß, dass sie dabei blieb. „Auf ihre Weise sind auch diese Menschen, die Tag für Tag mit ihren Bewegungseinschränkungen leben müssen, Hochleistungssportler.“
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Heute ist die 34-jährige Orthopädin, die seit September 2008 in der Klinik für Physikalische und Rehabilitiative Medizin arbeitet, Spezialistin für neuromuskuläre Erkrankungen. „Wegen einer Schädigung im Gehirn funktioniert der Befehl vom Gehirn zum Muskel nicht“, erklärt die Oberärztin. Die Auswirkungen können dabei sehr unterschiedlich sein: Spastische Bewegungsstörungen zählen ebenso dazu wie erhöhter oder schlaffer Muskeltonus, Muskelverkürzungen oder Lähmungen. Mit den Jahren verändern sich Muskeln, Sehnen und Bänder, später treten auch Knochendeformationen auf. Die Betroffenen brauchen ein Leben lang ärztliche sowie physio- und ergotherapeutische Unterstützung. Auch wenn neuro-muskuläre Erkrankungen bis heute nicht ursächlich behandelt und geheilt werden können, kennt die moderne Orthopädie doch Mittel und Wege, den Betroffenen und ihren Angehörigen das Leben zu erleichtern und Schmerzen oder Spätfolgen zu lindern. Dazu zählen Hilfsmittel wie z.B. spezielle Schuhe ebenso wie operative Eingriffe in Kooperation mit der Kinderchirurgie. So können verkürzte Muskeln, z.B. der Wadenmuskel, durch einen kleinen Schnitt verlängert werden. Die Patienten können danach wieder besser stehen und laufen. |
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Botulinumtoxin-Injektionen, die den Muskel entspannen, sind ebenfalls sinnvoll. Das Mittel wirkt etwa drei Monate, danach muss erneut gespritzt werden. Bei einigen Patienten verbessert sich die Bewegungsfähigkeit durch das Medikament kombiniert mit einer intensiven Physiotherapie zudem dauerhaft. „Ein operativer Eingriff lässt sich in jedem Fall eine Zeit lang hinausschieben“, betont Riehmer. Was für den Patienten im Einzelfall sinnvoll ist, muss jedoch sehr individuell entschieden werden.
Ihr zweiter Schwerpunkt ist die Kinderorthopädie. So wird sie zu Neugeborenen und Frühgeborenen in die Kinderklinik gerufen, wenn die Kinderärzte und Pflegekräfte eine Hüftdysplasie, einen Knick- oder Klumpfuß oder Auffälligkeiten im Bewegungsmuster erkennen. Hier bietet Riehmer das gesamte orthopädische Leistungsspektrum an, von der Klumpfußbehandlung nach Ponseti bis zu chirurgischen Korrekturen. Dabei arbeitet sie eng mit der Klinik für Kinder und Jugendliche und der Kinderchirurgie zusammen. Neben ihrer eigenen Sprechstunde hält sie einmal im Monat eine Sprechstunde zusammen mit dem Neuropädiater der Kinderklinik, Oberarzt Dr. Michael Fingerhut, ab.
Anmeldung zu den Sprechstunden unter Tel. (0911) 398 -5789.
Autorin/Autor: Doris Strahler
