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Notaufnahme - Schwerkranke immer zuerst

Andrang in der Notaufnahme. Häufig werden 30 bis 40 Patienten parallel in einer der beiden Notaufnahmen des Klinikums an den Standorten Nord und Süd behandelt. Manchmal kommen sogar bis zu zehn Patienten zur gleichen Zeit zur Tür herein. Die Notaufnahme des Klinikums ist eben erste Anlaufstelle für Notfallpatienten in der Region und an 365 Tagen rund um die Uhr geöffnet. Mehr als 75.000 Patienten sind es im Jahr, und sie alle suchen schnelle Hilfe.

Eine gewaltige Aufgabe, die von den Ärzten und Pflegekräften in der Notaufnahme bewältigt werden muss – medizinisch und organisatorisch. „Natürlich wollen wir allen Patienten schnell helfen“, betont Prof. Michael Christ, Chefarzt der Klinik für Notfallmedizin. Doch nicht immer geht alles so rasch, wie es sich Ärzte und Patienten wünschen. Wenn viel los ist, ist neben bester Notfallmedizin vor allem effizientes Management gefragt.

„Wir müssen die Patienten, deren Leben oder Gesundheit bedroht ist, unter all den Patienten, die in die Notaufnahme kommen, sofort erkennen und behandeln“, erklärt Christ. Rund ein Drittel der Patienten zählt dazu. Andere können notfalls etwas warten. Dafür braucht es mehr als gute Notfallmediziner, dies zeigen neue US-amerikanische Studien. Einer fundierten Ersteinschätzung kommt hier neben der Qualität der klinischen Notfallmedizin eine besondere Bedeutung zu.

In der Notaufnahme haben lebensbedrohlich erkrankte Patienten absoluten Vorrang
 

Daher wurde im Klinikum Nürnberg im Sommer letzten Jahres das Konzept der „pflegegestützten Vor-Triage“ eingeführt. Das Konzept wurde Mitte der 90er Jahren in den USA entwickelt. Schweizer Krankenhäuser haben diesen Trend frühzeitig aufgegriffen, in Deutschland ist die Notaufnahme des Klinikums Nürnberg die erste Klinik, die dieses Konzept umgesetzt hat. Seither geben sich Notfallmediziner aus ganz Deutschland die Klinke in die Hand, um sich über das Nürnberger Modell zu informieren.

Hinter dem spröden Begriff der Triage verbirgt sich ein ausgetüfteltes System, das die Patienten je nach Schwere ihrer Erkrankung in einer Skala von eins bis fünf einstuft. Jede dieser Zahlen steht für ganz konkrete Handlungsanweisungen an Ärzte und Pflegekräfte. Diese Richtlinien, die jeder kennen muss, legen auch – je nach Risiko – die Reihenfolge der Behandlung fest. So werden lebensbedrohlich erkrankte Patienten der Stufe eins sofort in den Schockraum gebracht. Die Ersteinschätzung dieser Patienten ist unkompliziert, da die Schwere ihrer Erkrankung offensichtlich ist.

Alle anderen Patienten werden unmittelbar beim Eintreffen in der Notaufnahme von speziell dafür geschulten Pflegekräften gesehen. Sie erfassen die aktuellen Beschwerden der Patienten sowie die notwendigen Vitalparameter wie Herzfrequenz, Blutdruck, und Sauerstoffsättigung und nehmen die Ersteinschätzung vor. „Dadurch werden die Ärzte der Notaufnahme nicht mehr ständig aus ihren Behandlungen gerissen, sondern können sich intensiv um ihre Patienten kümmern“, betont Pflegedienstleiter Uwe Stadelmeyer. Außerdem liegen ihnen zur Behandlung bereits die wichtigsten Informationen vor. Das gesamte Konzept der Triage beruht auf einer intensiven Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften, jeder Schritt ist bis ins Detail abgestimmt.

Am meisten vom neuen System profitieren jene Hochrisikopatienten, deren Symptome anfangs unauffällig verlaufen oder die selbst nicht zugeben wollen, wie schlecht es ihnen wirklich geht. „Diese Gruppe“, so Christ, „erfassen wir nun viel schneller und sicherer.“ Bei den Patienten kommt es ebenfalls gut an. Erste Rückmeldungen zeigen, dass sie sich nun sicherer fühlen und besser informiert sind. „Außerdem können wir den Zeitaufwand für den einzelnen Patienten besser einschätzen. Ein kurze ärztliche Untersuchung lässt sich nun leichter einschieben“, erklärt Daniela Winter, die die Umsetzung des Konzepts und die Projektgruppe koordiniert.   

 Notaufnahme

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen

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