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Kinderchirurgie - Dichtes Expertennetzwerk rund um das kranke Kind

Vor drei Jahren übernahm der Kinderchirurg und Oberarzt Dr. Karl Bodenschatz kommissarisch die Leitung der Kinderchirurgie im Zentrum für Neugeborene, Kinder und Jugendliche. Seither hat er den Standort Klinikum Süd zum regionalen Zentrum für Kinderchirurgie ausgebaut. Nun folgte die Anerkennung seiner Leistungen: Er wurde zum Chefarzt der Kinderchirurgie berufen.

Im Klinikum wurden von der Klinik für Kinder und Jugendliche und der Kinderchirurgie in den letzten Jahren ein dichtes Expertennetzwerk rund um das kranke Kind gewebt, in das u.a. die Mund-Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, die Neurochirurgie, die Geburtshilfe, die Unfall- und Orthopätische Chirurgie und die Physikalische Medizin intensiv eingebunden sind. So stehen im Notfall Experten aus allen chirurgischen Kliniken gemeinsam im Schockraum oder am OP-Tisch.

Wie bei dem kleinen Jungen Ende Januar, der nach einem schweren Unfall in die Klinik eingeliefert wurde. Hier kämpften Kinder-, Unfall-, Herz- und Gefäßchirurgen gemeinsam um sein Leben. „Dies kann kaum eine Klinik in der Region leisten“, weiß Bodenschatz, der schon seit über zehn Jahren im Klinikum arbeitet. Es gibt auch nur wenige Kliniken in der Region, in der allein neun Kinderchirurgen, zwei davon noch in der Weiterbildung zum Facharzt, für verletzte und kranke Kinder bereitstehen und die – zusammen mit den anderen Fachkliniken des Klinikums – das gesamte kinderchirurgische Leistungsspektrum anbieten.

Neuer Chefarzt: Dr. Karl Bodenschatz
 

Sehr am Herzen liegt dem neuen Chefarzt – selbst Vater zweier Kinder im Alter von zwei und sieben Jahren –, dass die Kinder nach dem Eingriff schnell genesen und bald wieder nach Hause können. Daher werden schon heute 80 Prozent der Eingriffe minimal-invasiv durchgeführt. Die meisten Kinder können schon nach zwei bis drei Tagen wieder zu ihren Eltern zurück. „Bei Kindern sind minimal-invasive Eingriffe besonders wichtig, da sie sich im Wachstum befinden. Große Schnitte und Operationsnarben wirken sich bei ihnen gravierender aus als bei Erwachsenen“, erklärt Bodenschatz. Auch Komplikationen treten so seltener auf.

Deshalb will der Chefarzt den Einsatz der minimal-invasiven Chirurgie auch bei Neugeborenen und Frühchen weiter ausbauen. Die neue HDTV-Bildtechnik, die scharfe Bilder aus dem Körperinnern liefert, erleichtert die Anwendung minimal-invasiver Verfahren auch bei den schwierigen Eingriffen.

Die Zeiten, als Kinder nach der Operation nichts essen durften sind ebenfalls passé. Zudem setzt der Chefarzt auf ein angepasstes Schmerzmanagement. „Jeder dieser Bausteine trägt zur schnellen Genesung der Kinder bei“, betont Bodenschatz.

Eltern und Kinderärzte in der Region wissen diese Leistungen zu schätzen. So sind die Patientenzahlen in den letzten drei Jahren um 20 Prozent gestiegen – angesichts des Geburtenrückgangs eine ganz besondere Leistung. 2009 wurden rund 1.700 Kinder stationär behandelt. Zusätzlich werden noch viele Kinder ambulant behandelt. Denn die Kinderambulanz der Klinik für Kinder und Jugendliche und der Kinderchirurgie im Klinikum Süd ist erste Anlaufstelle für verzweifelte und Rat suchende Eltern wie auch für die Rettungsdienste der Region.

Kinderchirurgie

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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