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Kinästhetik in der Pflege - Miteinander bewegen, statt mit Kraft heben

Patienten heben und tragen, sie beim Aufstehen vom Bett, beim Gang zur Toilette oder beim Umdrehen im Bett unterstützen – all diese Aufgaben gehören zu den alltäglichen Arbeiten der Pflegekräfte. Wie schaffen es die Pflegekräfte, diese körperlich schwere Arbeit über Jahre und Jahrzehnte auszuüben, ohne dass der Rücken schmerzt und die Berufsunfähigkeit droht?

„Heute lernen Pflegekräfte schon in der Ausbildung die Grundsätze der Kinästhetik kennen“, berichtet Andrea Nätscher, stellvertretende Pflegedienstleiterin in der Onkologie. Zu ihrer Zeit war dies noch anders. „Ich war erst 23 Jahre alt, als ich Ischiasschmerzen bekam“, erinnert sie sich. Seit sie in ihren Bewegungen dem Verständnis der Kinästhetik folgt, haben Rückenschmerzen keine Chance mehr. Denn die Kinästhetik setzt nicht auf Kraft und Anstrengung im Umgang mit den Patienten, sondern auf Leichtigkeit der Bewegung und Unterstützung der Patienten.

„Nicht heben und tragen, sondern miteinander bewegen“, lautet die Devise der Kinästhetik. „Dafür müssen wir allerdings vertraute Bewegungsmuster hinter uns lassen und umlernen. Das lernt man nicht an einem Tag“, betont ihre Kollegin Dagmar Panzer. Seit Jahren schon schulen die beiden Krankenschwestern Pflegekräfte in der Anwendung der Kinästhetik, fachsprachlich „Kinaesthetics“ genannt.

Grundsätzlich geht es darum, den eigenen Körper kraftschonend einzusetzen und gleichzeitig die Ressourcen des Patienten zu nutzen. Schon kleine unterstützende Bewegungen helfen dem Patienten mehr, als wenn er von den Pflegekräften gehoben oder getragen wird. „Dazu müssen wir unsere eigenen Bewegungsabläufe und die der Patienten verstehen“, so Panzer. Eine typische Frage aus dem Pflegealltag lautet daher: Wie kann der Patient möglichst selbstständig vom Bett aufstehen? Welche Unterstützung genau braucht er dafür?

Gesundheitsförderung: Andrea Nätscher, stellvertretende Pflegedienstleiterin unterrichtet Pflegekräfte
 

Gelingt darauf die richtige Antwort, dann ist die Wirkung eine mehrfache: Der Rücken der Pflegekräfte wird geschont, und der Patient lernt seine Fähigkeiten zu nutzen. Dadurch nimmt auch der durch die Krankheit in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkte oder geschwächte Patient wahr, wie er sich leichter und besser bewegen kann. Er bleibt mobil und wird in seiner Selbstständigkeit gestärkt. Gesundheitsförderung im doppelten Sinne also.

Allerdings dauert es seine Zeit, bis dieses Verständnis von Bewegung den Pflegekräften in Fleisch und Blut übergeht. Doch die meisten Handgriffe werden ausgeführt, ohne groß darüber nachzudenken. Die beiden Kinaesthetics-Trainerinnen raten daher, die eigenen Routinen zu hinterfragen und das vorhandene Wissen wieder einmal aufzufrischen.            

 

Der nächste Kinästhetik-Grundkurs für Pflegekräfte beginnt am 11.6.2010 (www.cekib.de), vom 16. bis 17.4.2010 findet die Kinaesthetics- Fachtagung in Nürnberg statt (www.kinaesthetics.de).

Autorin/Autor: Doris Strahler

 
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