Geburtshilfe - Sanfte Unterstützung bei der Geburt
Hauchdünne Nadeln zur besseren Durchblutung der Gebärmutter, eine Fußmassage gegen Ödeme, kleine weiße Kügelchen zur Steigerung des Milchflusses – für die Hebammen des Kreißsaals im Klinikum Nürnberg Süd sind Akupunktur, Fußreflexzonenmassage und Homöopathie keine Fremdworte, sondern Alltag.
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Die 36 Hebammen des Klinikums arbeiten ja nicht nur hier im Kreißsaal, sondern betreuen als selbstständige Hebammen schwangere Frauen und frischgebackene Mütter vor und nach der Geburt. Schwangerenvorsorge und Schwangerschaftsgymnastik stehen bei ihnen ebenso auf dem Programm wie Nachsorge, Rückbildungsgymnastik und Babymassage. Und ganz selbstverständlich zählen Akupunktur, Fußreflexzonenmassage und Homöopathie zu ihrem Handwerkszeug. „Jede von uns beherrscht mindestens eine dieser alternativen Methoden, meistens sogar mehrere“, berichtet Hannelore Köhler, leitende Hebamme im Kreißsaal des Klinikums. Die Methoden werden sowohl bei der Geburtsvorbereitung wie auch in der Nachsorge angewendet, und auch vor dem Kreißsaal machen sie nicht Halt: „Sie sind auch unmittelbar vor und während der Entbindung sehr hilfreich.“ Köhler selbst setzt die Akupunktur seit vielen Jahren gezielt zur Vorbereitung der Geburt ein. Die Nadeln, in den letzten fünf Wochen vor der Geburt einmal pro Woche gesetzt, machen den Muttermund weich und fördern die Durchblutung der Gebärmutter. „Die Gebärmutter läuft sich für die Geburt schon mal warm“, erklärt die Hebamme die Wirkung. Während der Geburt nadelt sie, wenn nötig, zur Beruhigung. Dies unterstütze Frauen, die bewusst keine oder nur wenige Schmerzmittel wollen. Schmerzt es dann doch zu sehr, steht den werdenden Müttern auf Wunsch selbstverständlich das gesamte Schmerzmanagement der modernen Geburtshilfe zur Verfügung. Letztendlich fällt die Entscheidung darüber gemeinsam mit den Eltern während der Geburt und abhängig vom Geburtsverlauf. |
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Auch Globuli und Notfalltropfen helfen bei der Geburt. Gerät das Kind während der Geburt unter Stress, genügt es oft, die Fontanelle mit ein paar Notfalltropfen einzureiben. Nach der Geburt beruhigt ein Tropfen auf die Oberlippe des Neugeborenen. Bevor die Geburt so richtig losgeht, hilft eine Fußmassage bei Unruhe und Angst, Kopfschmerzen oder hyperaktiven Wehen.
Zum Einsatz kommen Akupunktur, Fußreflexzonenmassage und Homöopathie jedoch überwiegend während der Schwangerschaft und in der Nachsorge, so bei Rückenschmerzen, Druckbeschwerden durch die Lage des Kindes oder bei Ödemen. Nach der Geburt können damit der Milchfluss aktiviert und die Rückbildung der Gebärmutter gefördert werden.
Eingesetzt werden Akupunktur & Co jedoch nur auf Wunsch. Erfahrungsgemäß fragen etwa 20 bis 30 Prozent der Eltern gezielt danach. Fast alle haben damit bereits positive Erfahrungen gemacht. Köhler sieht die Anwendung dieser Methoden in der Geburtshilfe positiv: „Sie erleichterten den Frauen Schwangerschaft, Geburt sowie die Zeit danach und tragen dazu bei, die Einnahme von Schmerzmitteln und anderer Medikamente zu senken.“ Davon profitiere das Kind, das ja noch sehr empfindlich auf alle Einflüsse von außen reagiert.
Anmeldung: Schwangerenberatung Tel. (0911) 398 -2239,Geburtsvorbereitung Tel. 398 -2255, Kreißsaalführung jeden Mittwoch um 18 Uhr (keine Anmeldung erforderlich), Treffpunkt vor dem Kreißsaal, C.EG, Klinikum Nürnberg Süd.
Autorin/Autor: Doris Strahler
